Außerdem: Porträts Thielemann und Bruckner sowie „Der Geschmack Europas – Die Lausitz“ – am 15. August ab 9.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) Die Feiertags-„matinee“ zu Mariä Himmelfahrt, am Sonntag, dem 15. August 2021, ab 9.05 Uhr in ORF 2 ist sowohl musikalisch als auch kulinarisch im deutschen Fach angesiedelt: Nach den beiden einführenden Filmporträts „Christian Thielemann – Mein Strauss“ und „Anton Bruckner – Das verkannte Genie“ (9.50 Uhr) steht ein hochkarätiges Salzburger Festspielkonzert der Wiener Philharmoniker unter Christian Thielemann (10.50 Uhr) auf dem Programm: Neben Anton Bruckners 7. Sinfonie erklingen fünf ausgewählte Lieder von Gustav Mahler, gesungen von Mezzosopranistin Elīna Garanča. Zum Abschluss des ORF-Kulturvormittags, den ORF-Moderatorin Teresa Vogl präsentiert, führt Lojze Wieser in einer Ausgabe der Reihe „Der Geschmack Europas“ (12.25 Uhr) durch die Lausitz.

„Christian Thielemann – Mein Strauss“ (9.05 Uhr)

Der 1959 in Berlin geborene Christian Thielemann hat bekanntermaßen ein Faible für das deutsche Musikrepertoire. In der Dokumentation von Andreas Morell spricht der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden über die musikalischen Grenzgänge seines Lieblingskomponisten. Richard Strauss, von dem Thielemann sagt, „er ist der einzige Komponist, den ich gerne kennengelernt hätte“, war seiner Zeit in mancher Weise voraus.
Strauss’ Werk wird bis heute kontrovers diskutiert, dennoch gilt er als einer der bedeutendsten Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Christian Thielemann hat die Strauss-Villa im oberbayrischen Garmisch-Partenkirchen, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, schon mehrfach besucht und erzählt: „Da hat sich bis heute nichts verändert. Da stehen die Bierkrüge, hier wohnte ein gutbürgerlicher Mensch, schlief in gestärkter Bettwäsche, spielte Skat, und es gab einen anständigen Sonntagsbraten – das alles atmet diese Atmosphäre. Und dass dieser Mann dann in solche abseitigen Milieus wie ,Elektra‘ und ,Frau ohne Schatten‘ abdriftete, das spricht ja Bände.“ Wie Richard Strauss lebt auch Christian Thielemann ein „bürgerliches“ Leben mit einer großen Liebe zur deutschen Kultur, einer stattlichen Villa am Griebnitzsee und einer umfangreichen Kunstsammlung. „Ich bekenne mich dazu“, sagt er, „ich finde einfach, dass das schön ist. Guter Wein, gute Musik, tolle Orchester.“ Auf unnachahmliche Weise lotet der Stardirigent Thielemann die Widersprüchlichkeiten in der Musik von Strauss aus – zwischen bürgerlichem Leben und künstlerischem Exzess, zwischen Bewahrung der Tradition und klarer Überschreitung der Grenzen.

„Anton Bruckner – Das verkannte Genie“ (9.50 Uhr)

Gemeinsam mit dem Dirigenten Valery Gergiev und den Münchner Philharmonikern forscht Regisseur Reiner E. Moritz nach den biografischen und musikalischen Wurzeln des österreichischen Komponisten und Organisten Anton Bruckner, der erst am Ende seines Lebens und posthum Anerkennung fand. Bruckner war einer der wegweisendsten und innovativsten Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und hat durch seine Werke bis weit ins 20. Jahrhundert großen Einfluss auf die Musikgeschichte ausgeübt. Als ältestes von zwölf Kindern in eine einfache oberösterreichische Familie hineingeboren, wurde er in seiner Jugend vor allem auch als Organist für sein improvisatorisches Talent bewundert. Der Film zeigt anhand von Ausschnitten seiner Chorkompositionen und seiner Symphonien – interpretiert von den Münchner Philharmonikern unter Valery Gergiev im Stift St. Florian – Bruckners musikalische Entwicklung. Dazwischen vermitteln Musiker wie Martin Haselböck, Philipp Jordan und Kent Nagano, aber auch Expert/innen wie Paul Hawkshaw, Sven Friedrich und Andrea Harrandt ein eindrückliches, neues Bild Anton Bruckners, dessen Werke auch noch im heutigen Konzertbetrieb Meilensteine setzen.

„Christian Thielemann dirigiert die Wiener Philharmoniker“ (10.50 Uhr)

International bekannt und unbestritten ist Christian Thielemanns Expertentum für Richard Wagner. Aber spätestens seit der Aufführung von Bruckners 8. Sinfonie mit der Sächsischen Staatskapelle in Dresden 2009 gehen auch Thielemanns Bruckner-Interpretationen um die Welt.
Mit den Wiener Philharmonikern, mit denen er schon seit vielen Jahren eng verbunden ist, hat der deutsche Stardirigent einen neuen Zyklus der Bruckner-Sinfonien in Angriff genommen. Auf dem Konzertprogramm der Salzburger Festspiele steht heuer die Aufführung von Bruckners 7. Sinfonie, seiner wohl erfolgreichsten Komposition, die bis heute zu seinen beliebtesten Werken zählt. Abgerundet wird der Abend mit den Rückert-Liedern von Gustav Mahler, bei denen die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča den vokalen Part übernimmt.
Die TV-Bildregie verantwortet Elisabeth Malzer.

„Der Geschmack Europas – Die Lausitz“ (12.25 Uhr)

In dieser von Florian Gebauer gestalteten Dokumentation der Reihe „Der Geschmack Europas“ führt der mit geschichtlichen und kulturellen Hintergründen gewürzte filmische Streifzug durch die Küchen der deutschen Lausitz. Die Region umfasst den Süden Brandenburgs und den Osten Sachsens bis hin nach Polen. Der Landstrich ist sowohl kulinarisch als auch kulturell spannend, denn hier sind die Sorben zu Hause. Als slawische Minderheit in Deutschland anerkannt, pflegen sie zum Teil ihre Bräuche und Traditionen, die bereits von Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschrieben wurden. Der Autor und Herausgeber Lojze Wieser begibt sich auf Fontanes Weg durch Brandenburg und Sachsen, erfährt einiges über den vielfältigen Geschmack der Spreewälder Gurken und die Heilkraft ihrer getrockneten Schalen, besucht Schlösser, Küchen und sogar ein ehemaliges Stasi-Gefängnis.

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