Der Ferdinand-Berger-Preis 2020 des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes wurde Donnerstagabend im Wiener Rathaus an Susanne Scholl verliehen.

Wien (OTS) Susanne Scholl, ehemalige ORF-Journalistin, Schriftstellerin und Mitbegründerin der Plattform „Omas gegen Rechts“ folgt damit als Preisträgerin dem Schriftsteller Michael Köhlmeier nach. Stellvertretend für die Jury des mit 3.000 Euro dotierten Preises erklärte Ernst Berger: „Susanne Scholl hat sowohl durch ihr literarisches Werk als auch durch ihr berufliches und soziales Engagement ihr ganzes Leben lang Rechtsextremismus bekämpft und mit ihrer Arbeit ein sehr breites Publikum angesprochen.“

Scholl entstammt einer Wiener jüdischen Familie, die während des Nationalsozialismus im englischen Exil lebte. Das Engagement Susanne Scholls für Flüchtlinge findet ebenso wie ihre Unterstützung der Initiative „Omas gegen Rechts“ in dieser Familiengeschichte seine Wurzeln.

Ruth Wodak, die die Laudatio hielt, würdigte Susanne Scholl: „Susanne Scholl ist für viele Menschen in Österreich und darüber hinaus ein Beispiel für Zivilcourage geworden, eine hörbare und sichtbare Mahnerin, die uns alle immer wieder daran erinnert, warum es wichtig ist, sich für Verfolgte und willkürlich Marginalisierte einzusetzen, für alle jene die Stimme zu erheben, die so schnell und einfach ausgegrenzt, abgeschoben oder gar nicht hereingelassen werden, aufgrund ihres angeblichen Andersseins.“

Susanne Scholl erklärte die Beweggründe ihres Engagements in sehr einfachen Worten: „Ich bin unglaublich besorgt über die Entwicklung in Österreich und in ganz Europa. Ich habe den Eindruck, man vergisst alles, was vor nicht langer Zeit in Europa passiert ist. Wenn man Geschichte aber vergisst, steigt die Gefahr, dass die gleichen Fehler wiederholt werden und sie zu neuerlichen Gräueltaten führen.“

Zum Ferdinand Berger Preis:

Das DÖW vergibt den Ferdinand Berger-Preis jährlich – beginnend mit 2018 – an Personen, die durch wissenschaftliche oder publizistische Leistungen oder durch besonderes öffentliches Auftreten einen markanten Beitrag gegen Neofaschismus, Rechtsextremismus, Rassismus oder demokratiegefährdendes Verhalten geleistet haben.

Der von Ernst Berger und René Berger – Sohn und Enkelsohn des 2004 verstorbenen österreichischen Widerstandskämpfers und ehemaligen KZ-Häftlings Ferdinand Berger – gestiftete Preis ist mit 3000,- Euro dotiert und kann in zwei Teile geteilt werden. Die Nominierung erfolgt durch eine Jury des DÖW.

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