Danach: Doku „Eine Stadt als Bühne – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ – am 26. Juli, ab 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) Dem 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele, das pandemiebedingt auf heuer ausgeweitet wurde, widmet sich am 26. Juli 2021 ein von ORF und Bayerischem Rundfunk präsentierter „kulturMontag Spezial“ aus Salzburg. Live aus dem Malersaal des Großen Festspielhauses begrüßen auch heuer wieder ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl und BR-Moderatorin Ursula Heller gemeinsam um 22.30 Uhr in ORF 2 aus der Mozartstadt. Dort wird heuer u. a. Romeo Castelluccis und Teodor Currentzis‘ „Don Giovanni“ mit Spannung erwartet: Direkt nach der Premiere werden Festspielintendant Markus Hinterhäuser, „Giovanni“ Davide Luciano und „Zerlina“ Anna Lucia Richter in der Sendung erwartet. Außerdem zu Gast: Tausendsassa und Neo-„Jedermann“ Lars Eidinger sowie „Gott“ und „Teufelin“ Mavie Hörbiger, weiters der Philosoph, Autor und heurige Eröffnungsredner Julian Nida-Rümelin, der in seiner Festspielrede eine humanistische Utopie entwirft und im Gespräch mit Ursula Heller und Martin Traxl den Zustand unserer Gesellschaft analysiert.

Anschließend an die Sondersendung steht die Dokumentation „Eine Stadt als Bühne – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ (23.30 Uhr) von Werner Horvath über die Geschichte des Festivals auf dem Programm, deren Kurzfassung als filmische Einführung der noch bis Ende Oktober laufenden Salzburger Landesausstellung zum Jubiläum im Salzburg Museum läuft. Einen TV-Dacapo-Termin gibt es am Sonntag, dem 15. August, um 18.25 Uhr in 3sat.

Die Themen im „kulturMontag Spezial“:

Wallfahrtsort für das Welttheater – 101 Jahre Salzburger Festspiele

In ihrem 101. Jahr und in Jahr zwei der Pandemie setzen die Salzburger Festspiele ein kräftiges Zeichen für die Kunst: Ein spektakuläres Programm mit 168 Aufführungen in 46 Tagen an 17 Spielstätten, darunter 31 Opernvorstellungen, 44 Theaterabende und 93 Konzerte ist geplant – damit wird das pandemiebedingt zu kurz gekommene 100-jährige Jubiläum des Festivals aus 2020 tatkräftig bis in die heurige Saison verlängert. Mit kaum spürbaren Einschränkungen, den obligaten 3-G-Regeln, der FFP2-Maskenpflicht sowie personalisierten Eintrittskarten, die ein lückenloses Contact Tracing möglich machen, verwandelt sich die idyllische Barockstadt wie eh und je in eine überragende Festspielkulisse. Und es gibt keine Kapazitätsbeschränkungen, was nicht nur das Festspieldirektorium freut.

Ein rebellisch-rabiater Rohling – Mythos „Don Giovanni“

So alt wie sein Mythos sind die Versuche, „Don Giovanni“ auf die Spur zu kommen. Mit Spannung erwartet wird die Neuinszenierung von Mozarts Meisterwerk als diesjährige Eröffnungsoper. Kein Wunder, gilt doch das erfolgreiche Dream-Team, Regisseur Romeo Castellucci und Dirigent Teodor Currentzis, als Garant für Hochzeiten der Kunst. Die beiden Radikal-Individualisten fordern – ganz im Sinne des Festspiel-Mitbegründers Hugo von Hofmannsthal – in ihrer Deutung ein neues Sehen und Hören der „Oper aller Opern“ heraus. Wie die Produktion beim Publikum angekommen ist, zeigt der „kulturMontag“. Direkt nach der Premiere im Großen Festspielhaus werden Intendant Markus Hinterhäuser, „Giovanni“ Davide Luciano und „Zerlina“ Anna Lucia Richter erwartet.

Individuum versus Kollektiv – Ist Demokratie eine humanistische Utopie?

Intendant Markus Hinterhäuser hat die Salzburger Festspiele zu einem „Epizentrum des Besonderen“ ausgerufen. Er hat zum 100-Jahr-Jubiläum gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Kuratorium ein Memorandum verfasst, was Festspiele ausmacht und welchen Auftrag sie zu erfüllen haben. Was kann Kunst bewirken in einer Zeit, in der so viele ratlos sind? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen leistet auch der von Hinterhäuser ausgewählte diesjährige Eröffnungsredner, der deutsche Philosoph und Autor Julian Nida-Rümelin, einen wichtigen Beitrag. Für den ehemaligen deutschen Kulturstaatsminister gibt es ohne die Leitkultur des Humanismus keine Demokratie als Lebensform. Der Titel seiner Rede: „Eine humanistische Utopie“. Julian Nida-Rümelin ist live zu Gast.

Der talentierte Mr. Eidinger – Der neue Jedermann

Er ist hip, exaltiert, extrem, eine Rampensau, zugleich ein ängstlicher Mensch. Im Theater ist er oft nackt, im Film spielt er am liebsten Psychopathen. Zwei der großen Koordinaten im Leben des Berliners Lars Eidinger sind das Theater und das Kino. Wer seinen „Hamlet“ an der Berliner Schaubühne, deren festes Ensemble-Mitglied er seit 1999 ist, gesehen hat, weiß, wie sehr sich der 45-Jährige bis zur körperlichen Erschöpfung verausgaben, wie intensiv sein Spiel sein kann. Es heißt, er sei Fachmann des Extremen, des Maßlosen, ein Schauspielberserker. Jetzt spielt der Tausendsassa die Paraderolle der Salzburger Festspiele und wird dafür von Kritik wie Publikum gefeiert. Der 20. „Jedermann“-Darsteller in der Geschichte des Festivals ist live zu Gast.

Gottes Werk und Teufels Beitrag – Mavie Hörbigers himmlisches Inferno

In der Rolle „die guten Werke“ war sie seit 2017 als Drogensüchtige im Endstadium auf dem Domplatz beeindruckend, im Wiener Burgtheater in Ferdinand Schmalz‘ Neuschreibung „jedermann(stirbt)“ in ihrer Doppelrolle virtuos, als „Mammon“ fast schon unheimlich und in der Rolle der „Werke“ brillierte sie als Charity Lady. In der „Jedermann“-Neuinszenierung von Michael Sturminger hat Mavie Hörbiger erneut eine Doppelfunktion und die hat es in sich. Die zierliche Schauspielerin bewegt sich zwischen Himmel und Hölle, ist sie doch „Gott“ und zugleich der „Teufel“. Als Gottvater erscheint sie leibhaftig auf dem Domplatz, als Leibhaftiger tritt sie in so große Fußstapfen wie jene von Otto Schenk, Helmuth Lohner oder Tobias Moretti. Mavie Hörbiger ist die erste Frau in dieser Rolle und live zu Gast.

Dokumentation „Eine Stadt als Bühne – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ (23.30 Uhr)

Ein Regisseur, ein Dichter, ein Komponist, und ein gemeinsamer Traum – Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss träumten nach dem Ersten Weltkrieg von Festspielen, die Frieden stiften sollten. Der geniale Theatermacher Reinhardt erklärte die Stadt zur Bühne und inszenierte 1920 am Domplatz den „Jedermann“ – die Geburtsstunde der Salzburger Festspiele. Werner Horvath hat für seine Dokumentation historische Schätze aus dem ORF-Archiv geborgen und blickt in Gesprächen mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Organisatoren in die Vergangenheit des weltberühmten Festivals. Entstanden ist eine facettenreiche und unterhaltsame filmische Zeitreise: Vom Gründungsmythos und Reinhardts Visionen für seine Festspiele, dem Erfolgsschlager „Jedermann“, den Schrecken des NS-Regimes, über den Bau des Festspielhauses nach den Plänen von Clemens Holzmeister, bis zu den schillernden Jahren unter Herbert von Karajan. Erfolgsproduktionen und Theaterskandale prägten Salzburg genauso wie der alljährliche Schaulauf von Prominenz und Adabeis. Die ORF-Produktion bringt ein Wiedersehen mit eindrucksvollen Produktionen der vergangenen 100 Jahre sowie unzähligen liebgewonnenen Granden der Theater- und Opernwelt, die mit Salzburg verbunden sind und waren – angefangen von Helene Thimig und Alexander Moissi, über Susi Nicoletti, Paula Wessely und Grace Bumbry bis hin zu Klaus Maria Brandauer, Anna Netrebko und Christa Ludwig.

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