Zum 50. Todestag des Micky-Maus-Erfinders und Filmproduzenten

Wien (OTS) Im Rahmen des ORF-Schwerpunkts zum 50. Todestag von Walt Disney (am 23. Dezember) steht – nach der Premiere des Zeichentrick-Klassikers „Bambi“ und der Ausstrahlung des Musical-Films „Mary Poppins“ heute (8.12.) sowie der Erstausstrahlung von „Saving Mr. Banks“ (10.12.) in ORF eins – auch eine Premiere in ORF 2 auf dem Programm. Der neue zweiteilige Dokumentarfilm „Walt Disney – Der Zauberer“ von Sarah Colt befasst sich mit dem facettenreichen Leben und nachhaltigen Vermächtnis des Cartoonisten und Filmproduzenten, hinter dem sich ein Mensch mit vielen Gesichtern verbarg: ein Visionär und Intrigant, Idealist und Ausbeuter zugleich.

Teil eins – im „dok.film“ am Sonntag, dem 11. Dezember, um 23.05 Uhr in ORF 2 – beleuchtet die Jahre 1901 bis 1941, in denen Disney seinen mächtigen Medien- und Unterhaltungskonzern aufbaute, mehr Oscars erhielt als jeder andere in der Branche, eine neue Form der Kinokunst schuf und zudem fast beiläufig ein neues amerikanisches Ferienziel erfand: Disneyland.
Teil zwei der Doku – zu sehen am Tag darauf im Rahmen des „Kulturmontag“ am 12. Dezember um 23.15 Uhr in ORF 2 – behandelt die Jahre 1941 bis 1961 und zeigt, wie es für Walt Disney nach der Uraufführung des Films „Bambi“ beruflich abwärts ging – bis er später mit doppelter Kraft und einer genialen neuen Geschäftsidee den Platz an der Spitze zurückeroberte.

Mehr zum Inhalt von Teil eins:

Der Name Walt Disney ist weltweit so geläufig wie etwa Coca-Cola, und ebenso assoziiert ihn jeder mit der Wohlfühlversion des amerikanischen Traums. Disney, der visionäre Zeichner, Filmproduzent, Fernsehpionier und Begründer eines gigantischen Unterhaltungsimperiums, war ein ambivalenter Mensch: einmal humorvoll kreativ, einmal gnadenloser Unternehmer.
Hinter den Kulissen der Walt Disney Company zeigte er oft auch sein anderes Gesicht. In „Bambi“ gibt es einen Satz, wenn Gefahr im Verzug ist: „Mensch im Wald!“ Dann muss man sich Sorgen machen. Seinen Angestellten ging es ähnlich, wenn Walt Disney im Gang gehustet hat. Irgendwer hat dann immer gesagt: „Mensch im Wald!“ Und dann haben sich alle auf den Chef gefasst gemacht.
1901 in Chicago geboren, wuchs Disney ab seinem vierten Lebensjahr behütet im beschaulichen Marceline in Missouri auf. Nach seiner Heimkehr aus dem Ersten Weltkrieg wollte der 17-jährige Walt dem Schatten seines herrischen Vaters entfliehen und ging nach Kansas, um als Grafiker zu arbeiten. Er erkämpfte sich fortan selbst den Weg an die Spitze. Bald schon zog er, zunächst mit seinem Bruder Roy, weiter nach Los Angeles, wo die Filmindustrie bereits boomte. 1928 kam dann der große Durchbruch: Mit „Steamboat Willie“ avancierte Disneys Micky Maus zum Hollywoodstar – und er mit ihr. Es folgten „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, „Pinocchio“ und „Bambi“ – jeder Film ein großer Erfolg.

Mehr zum Inhalt von Teil zwei:

Nach den ersten großen Erfolgen, die die Walt Disney Company in den frühen Jahren erzielte, kam die große Flaute. Aufgrund einer andauernden kreativen Durststrecke blieb der nächste große Kassenschlager vorerst aus. Mit Propaganda- und Ausbildungsfilmen für die Regierung allein konnten sich die Disney-Studios nicht ewig über Wasser halten. Das Unternehmen verschuldete sich maßlos, es kam zum Aufstand des „Screen Cartoonist’s Guild“ – der Gewerkschaft der Cartoonisten in Hollywood.
Die Marke „Walt Disney“ erlitt einen erheblichen Imageschaden. Denn Disney hatte kein Interesse an Verhandlungen mit den Gewerkschaften und bezichtigte sie der kommunistischen Verschwörung. Walt Disney brauchte Abstand von seinem Gewerbe und nahm ihn sich auch, nur um sich kurze Zeit später mit doppelter Kraft und einer genialen Geschäftsidee wieder an die Spitze zurückzukatapultieren.
Während seiner Auszeit entdeckte Disney die Modelleisenbahnen für sich. Er war wie besessen, bastelte und verlegte wie ein Verrückter Gleise auf seinem Grundstück. Was manche für Spinnereien eines ausgebrannten Genies hielten, waren die Anfänge eines bis dato noch nie dagewesenen Geschäftskonzepts: eine Fantasiewelt, die all seine Cartoon-Figuren vereint – das Disneyland. Zunächst nur als Theorie im Kopf, doch als bald schon die Verhandlungen mit dem TV-Sender ABC erfolgreich abgeschlossen wurden, gab es kein Zurück mehr.

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