Am 21. März um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 21. März 2021, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

„Nein“ zur Segnung: Der Vatikan und gleichgeschlechtliche Paare

Viel Aufregung gibt es dieser Tage über ein Dekret, das Anfang der Woche die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlicht hat. Der Inhalt in knappen Worten: Katholische Geistliche dürfen gleichgeschlechtliche Paare nicht segnen. Was nicht wundernimmt in Anbetracht der Sätze, die im Weltkatechismus der römisch-katholischen Kirche schon lange zu lesen sind: „Homosexuelle Handlungen sind (….) in keinem Fall zu billigen (…). Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen.“ Doch im Blick auf „Projekte und Vorschläge“, die es in einigen kirchlichen Bereichen gebe, sah sich – nach einer diesbezüglichen Anfrage – die Glaubenskongregation zur entsprechenden Einschärfung veranlasst. Der Vatikan hält dabei aber auch fest, dass Homosexuelle mit „Würde und Respekt“ behandelt werden müssten. Die Erklärung beziehe sich auf „die Wahrheit des liturgischen Ritus“ und sei nicht als Diskriminierung zu verstehen. Anders sehen das offenkundig zahlreiche Priester, aber auch viele Bischöfe v. a. in Europa, die sich für eine Fortführung der Segnung von gleichgeschlechtlich Liebenden einsetzen wollen. Bericht: Marcus Marschalek.

Gutachten zu Missbrauchsfällen: Heftige Debatten im Erzbistum Köln

Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki kann vorerst aufatmen: Ein brandneues Gutachten zum Umgang der Kirchenleitung mit Fällen sexualisierter Gewalt stellt fest, dass er sich keiner Pflichtverletzung schuldig gemacht habe. Woelkis Vorgänger, Kardinal Joachim Meisner, wird hingegen – so wie einige andere Verantwortliche – schwer belastet. Sie hätten nicht adäquat auf Missbrauchsfälle reagiert, heißt es. Die Studie geht für die Jahre 1975 bis 2018 von mehr als 200 Beschuldigten aus. Die Ergebnisse einer ersten Untersuchung in dieser Sache hatte Erzbischof Woelki unter Berufung auf „methodische Mängel“ unter Verschluss gehalten, was zu einer schweren Vertrauenskrise zwischen Gläubigen und der Amtskirche geführt hatte. Bericht: Verena Gleitsmann.

Verfolgt und vernichtet: Die erste jüdische Gemeinde Wiens

Anno 1421, im März vor 600 Jahren, wurden auf der damaligen „Gänseweide“ von Wien mehr als 200 Jüdinnen und Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Herzog Albrecht V. hatte den Befehl zu diesem Massenmord gegeben. Heute erinnert eine Gedenktafel im dritten Wiener Gemeindebezirk an die sogenannte „Wiener Gesera“. Der Ermordung waren Verfolgung, Vertreibung und Zwangstaufen vorangegangen. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Rolle, die die Theologische Fakultät von Wien bei der Gesera gespielt hat. Das gestand die Universität kürzlich in einer Stellungnahme ein:
Theologen hatten lange Zeit ein verächtliches Bild von Jüdinnen und Juden gezeichnet und sie als Ketzer verunglimpft. Und Steine der im Jahr 1421 zerstörten Synagoge wurden etwa für den Bau von Universitätsgebäuden verwendet. In einer neuen Dauerausstellung im Museum Judenplatz steht nun aber nicht nur das Sterben, sondern vor allem das Leben der ersten jüdischen Gemeinde im Fokus. Bericht:
Clara Akinyosoye.

„Übernationale Freiheit“: Stefan Zweigs Briefe zum Judentum

„Für mich ist es die Größe des Judentums, übernational zu sein, Ferment und Bindung aller Nationen (…) und ich sehe in jedem Nationalismus die Gefahr der Entzweiung, des Stolzes, der Eingrenzung und der Eitelkeit“, so Stefan Zweig im Jahr 1917 in einem Brief an den österreichisch-israelischen Schriftsteller Abraham Schwadron. Die zionistische Antwort auf die jüdische Not hat Stefan Zweig ein Leben lang abgelehnt und dennoch hat er sich dem Judentum zugehörig gefühlt. Bislang ist darüber jedoch wenig bekannt. Der Autor, der mit Werken wie „Sternstunden der Menschheit“ und „Die Welt von Gestern“ Weltruhm erlangte, äußerte sich nur selten und einem engen Personenkreis gegenüber zu seinen jüdischen Wurzeln. Der deutsch-israelische Historiker und Archivar Stefan Litt unternimmt jetzt erstmals den Versuch, Zweigs Stellung zum Judentum genauer zu erschließen. Er hat den Briefwechsel des Autors aus den Jahren 1900 bis 1940 – u. a. mit Martin Buber, Abraham Schwadron und Chaim Weizmann – durchforstet. Die soeben erschienene, von ihm zusammengestellte und kommentierte Edition umfasst 120 großteils unveröffentlichte Korrespondenzen und ermöglicht seltene Einblicke in Stefan Zweigs Gedankenwelt zu Zionismus und Judentum. Ein Team der „Orientierung“ hat Stefan Litt in Israel besucht und mit ihm über die im Suhrkamp Verlag erschienene Briefedition gesprochen und mit dem Direktor des Stefan-Zweig-Zentrums in Salzburg ein Gespräch über die Salzburger Zeit und das ambivalente Verhältnis des Autors zu dieser Stadt geführt. Bericht: Karoline Thaler.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.