Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutierten Experten rund um Mag. Wolfgang Sobotka im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach zum Thema “Pflege – Aufgabe für Generationen”

Die Gesellschaftsstruktur hat sich verändert und wird sich mit dem demographischen Wandel noch weiter ändern. Und damit auch die Anforderungen an das Pflegepersonal. Zudem erwarten sich die Angehörigen oftmals individuelle Lösungen für ihren Pflegebedürftigen.“

Martina Aichelburg-Rumerskirch, MBA, Heim- und Pflegedienstleitung des Seniorenzentrums Fischamend

Der Pflegeberuf hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Es ist daher eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft das Image dieser Profession zu heben, der weitaus mehr als nur ein Beruf ist.

Mag. Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrates

Gefragt werden in Zukunft Pflegemodelle sein, die einerseits die Angehörigen entlasten, andererseits dem betroffenen Pflegebedürftigen ein Altern in Würde ermöglichen – egal ob zu Haus oder in stationärer Pflege.

KommR. Karin Weißenböck, Moderatorin und Geschäftsführerin

Es ist ein Faktum, dass 88 Prozent der zu pflegenden Menschen zu Hause betreut werden. Es ist daher unsere Pflicht die pflegenden Angehörigen durch den Ausbau der mobilen Betreuung, insbesondere zu den Tagesrandzeiten, zu unterstützen.

Mag. Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrates

Bad Erlach (OTS) Rund 400.000 Menschen sind in Österreich pflegebedürftig, auf Hilfe angewiesen oder können sich nicht selbst versorgen – damit sind zahlreiche Familien in Österreich mit der Problematik Hilfs- und Pflegebedürftigkeit konfrontiert. Das Lebens.Med Zentrum Bad Erlach bot diesem Thema im Rahmen der LEBENS.MED.Akademie eine Plattform und lud gemeinsam mit der Marktgemeinde Bad Erlach zur Podiumsdiskussion „Pflege – eine Aufgabe für Generationen“.

Vertreter aus Pflege und Medizin, aber auch zahlreiche pflegende Angehörige und Interessierte waren der Einladung von der Geschäftsführerin des Lebens.Med Zentrums Bad Erlach, KommR. Karin Weißenböck, und Bad Erlachs Bürgermeister Hans Rädler zur Podiumsdiskussion am späten Dienstag-Nachmittag ins Lebens.Med Zentrum Bad Erlach gefolgt. Thematisiert wurden von den Diskussionsteilnehmern Mag. Wolfgang Sobotka (Präsident des Nationalrates), Elisabeth Anselm (Bundesgeschäftsführerin Hilfswerk Österreich), Martina Aichelburg-Rumerskirch, MBA (Heim- und Pflegedienstleitung Seniorenzentrum Fischamend) sowie Mag. Maria Schweighofer (Studiengangsleitung Allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege, Fachhochschule Wiener Neustadt) Herausforderungen der mobilen und stationären Pflege, sowie Unterstützungsmodelle und Zukunftsvisionen für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Pflegepersonal.

Dabei brachte die Bundesgeschäftsführerin des Hilfswerk Österreichs das Thema folgendermaßen auf den Punkt: „Die pflegenden Angehörigen sind mit vielschichtigen Herausforderungen konfrontiert – diese umfassen sowohl fachliche, zeitliche, psychosoziale und finanzielle Aspekte.“ Deshalb plädiert der Präsident des Nationalrates Mag. Wolfgang Sobotka für Unterstützung: „Es ist ein Faktum, dass 88 Prozent der zu pflegenden Menschen zu Hause betreut werden. Es ist daher unsere Pflicht die pflegenden Angehörigen durch den Ausbau der mobilen Betreuung, insbesondere zu den Tagesrandzeiten, zu unterstützen.“

Sobotka: „Aufgabe der Gesellschaft das Image des Pflegeberufs zu heben“

Deutliche Worte fand die Heim- und Pflegedienstleitung des Seniorenzentrums Fischamend, Martina Aichelburg-Rumerskirch, MBA, im Hinblick auf die Anforderungen an das Pflegepersonal: „Die Gesellschaftsstruktur hat sich verändert und wird sich mit dem demographischen Wandel noch weiter ändern. Und damit auch die Anforderungen an das Pflegepersonal. Zudem erwarten sich die Angehörigen oftmals individuelle Lösungen für ihren Pflegebedürftigen.“ Ob diese Anforderungen schaffbar bleiben, stellt sie in Frage.

Für Mag. Maria Schweighofer (Studiengangsleitung Allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege, Fachhochschule Wiener Neustadt) ist deshalb in diesem Zusammenhang klar, dass Pflegeausbildung auf verschiedenen Ebenen möglich sein muss, aber auch jeder Auszubildende dort abgeholt werden soll, wo er steht und damit neue Ausbildungsmodelle nötig sein werden. Auch im Hinblick auf die Digitalisierung. Diesem Thema wurde beim Blick in die Zukunft von den Diskussionsteilnehmern großer Raum eingeräumt. Beim Abwägen der Chancen und Risiken wurde schnell klar, dass die Digitalisierung keine Arbeitsplätze wegnehmen wird, sondern als effizientes Unterstützungspotential, auch für die Patienten selbst, gesehen wird.

Im Hinblick auf den Pflegeberuf fasste Mag. Wolfgang Sobotka zusammen: „Der Pflegeberuf hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Es ist daher eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft das Image dieser Profession zu heben, der weitaus mehr als nur ein Beruf ist.“

Dass das spannende Thema noch weitere Abende füllen hätte können, zeigten auch die Wortmeldungen aus dem Publikum im Anschluss an die Experten-Statements. Moderatorin und Geschäftsführerin KommR. Karin Weißenböck gab den Veranstaltungsteilnehmern folgende Zusammenfassung mit: „Gefragt werden in Zukunft Pflegemodelle sein, die einerseits die Angehörigen entlasten, andererseits dem betroffenen Pflegebedürftigen ein Altern in Würde ermöglichen – egal ob zu Haus oder in stationärer Pflege.“

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Daniela Reisner
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