Hammerschmid: Ausbau der Ganztagsschulen, zweites Gratis-Kindergartenjahr und 5.000 zusätzliche LehrerInnen rasch umsetzen

Wien (OTS/SK) Die SPÖ will eine bildungspolitische Wende. Nach den mittelmäßigen PISA-Ergebnissen fordert SPÖ-Vorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner einen nationalen Bildungskonvent, der parteiübergreifend und „ohne ideologische Scheuklappen“ Bildungsziele und Maßnahmen für die nächsten Jahre definiert. Ihre Lehre aus Koalitionsregierungen: „Bildungspolitik eignet sich nicht für Kompromisse auf dem Rücken der SchülerInnen. Sie darf nicht der kleinste gemeinsame Nenner zweier Koalitionsparteien sein“, so Rendi-Wagners Appell auch an die Regierungsverhandler von ÖVP und Grünen. „Bildungschancen sind Lebenschancen“, so die SPÖ-Chefin am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid. ****

„Jedes Kind hat das Recht auf ein geglücktes, selbstbestimmtes Leben. Der Schlüssel dazu ist die Chance auf eine gute Bildung“, betonte Rendi-Wagner. Leider seien Bildungschancen in Österreich so stark vererbt wie in sonst kaum einem Land, wie der PISA-Test zeigt. Und:
Laut einer Studie des Sozialministeriums schaffen nur 15 Prozent der Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien einen echten Bildungsaufstieg. „Das muss und darf nicht so sein. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch leistungsfeindlich, weil wir Kindern damit die Möglichkeit verwehren, leistungsfähig zu sein.“ Wenn gleichzeitig 300.000 Kinder armutsgefährdet sind, dann sei das „eine Schande“, die Österreich nicht hinnehmen darf. „Bildung ist die beste Schutzimpfung gegen Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung“, so Rendi-Wagner.

Um endlich zu einer langfristigen Strategie zu kommen, fordern Rendi-Wagner und Hammerschmid einen nationalen Bildungskonvent mit allen Parteien, ExpertInnen, SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern. „Es braucht eine gemeinsame, überparteiliche Kraftanstrengung“, so Hammerschmid. Bei einem solchen Konvent sollten Ziele und Maßnahmen fixiert werden, „dann lässt man die Maßnahmen wirken, am besten zehn Jahre“, so Hammerschmid. Rasche Regierungswechsel der letzten Jahre und ständige Änderungen in der Bildungspolitik seien kontraproduktiv.

Sieht man sich PISA-Spitzenreiter wie Finnland, Estland oder Kanada an, sei klar, „wohin die Reise in Österreich gehen muss“, so Hammerschmid. All diese Schulsysteme setzen auf Ganztagsschulen, moderne, digitale Unterrichtsmethoden sowie zusätzliches Unterstützungspersonal für die LehrerInnen. Von den erfolgreichen asiatischen Ländern könne man lernen, was möglich ist, wenn Politik und Gesellschaft Bildung ins Zentrum rücken. Rasch umzusetzende Maßnahmen in Österreich seien das zweite kostenlose und verpflichtende Kindergartenjahr, der massive Ausbau der Ganztagsschulen, 5.000 zusätzliche LehrerInnen zugeteilt nach einem Chancenindex für Schulen mit besonderen Herausforderungen sowie ein stärkerer Fokus auf die PädagogInnen. Sie brauchen mehr Unterstützungspersonal im administrativen Bereich sowie durch SozialarbeiterInnen. Außerdem soll es mehr verpflichtende Weiterbildung und gute, flächendeckende Feedback-Systeme geben, so Hammerschmid. „Die PädagogInnen sind ein Schlüssel für Bildungsmotivation und Lernfreude.“

Auch in der parteiinternen politischen Arbeit wird die SPÖ das Thema Bildung forcieren, betonten Rendi-Wagner und Hammerschmid – sie ist eine der drei Leiterinnen der SPÖ-„Zukunftslabore“. In diesen Zukunftslaboren wird Bildung als Querschnittsmaterie ein Schlüsselthema sein. „Mit guter Bildungspolitik können wir alle Bereiche einer Gesellschaft steuern“, so Rendi-Wagner und Hammerschmid. (Schluss) bj/ah/mp

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