Im Verfahren gegen Ex-Grünen-Gemeinderat Christoph Chorherr wertete die Justiz E-Mails von Heumarkt-Investor Michael Tojner aus.

Wien (OTS) Das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über die Auswertung von E-Mails des Immobilieninvestors Michael Tojner in Bezug auf das umstrittene Hochhausprojekt am Wiener Heumarkt. Im Zuge anderer Vorwürfe waren bei Tojner und ihm zurechenbaren Unternehmen elektronische Daten sichergestellt worden. Diese wurde in den vergangenen Monaten auch im Rahmen der Causa Chorherr ausgewertet.

Im Verfahren gegen den früheren Grünen Wiener Gemeinderat Christoph Chorherr geht es um den Verdacht, Spenden an einen Verein Chorherrs wären mit Blick auf Genehmigungen von Bauprojekten durch die Stadt erfolgt. Alle Betroffenen bestreiten sämtliche Vorwürfe. Chorherr hat im Mai 2021 eine Diversion beantragt.

Ein „profil“ vorliegender E-Mail-Verkehr deutet nun darauf hin, dass Tojner tatsächlich eine Spende an den Chorherr-Verein s2arch von der erfolgreichen Widmung für das Heumarkt Projekt abhängig gemacht haben könnte. Am 1. Juni 2017 fand die entscheidende Sitzung des Wiener Gemeinderates statt, in der – nach turbulenten Wochen – das Heumarkt-Projekt abgesegnet wurde. Chorherr zählte innerhalb der gespaltenen Grünen zu den maßgeblichen Befürwortern. Am Tag der Genehmigung schrieb eine Mitarbeiterin von Tojners Unternehmensgruppe an den Investor: „Vassi (Anm.: die damalige Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou) und Chorherr brav!“. Einen Tag später schrieb die Mitarbeiterin erneut an Tojner unter dem Betreff „offene Beträge“: „Außerdem wolltest Du bei Widmung ITHUBA 5000 Euro spenden (…)“.

„Ithuba“ ist der Name des Schulprojekts, das vom damaligen Chorherr-Verein s2arch betrieben wird. Tatsächlich spendete Tojner Ende Juni 2017 den Betrag von 5000 Euro an s2arch. Offenbar erfolgte die Zahlung im Rahmen einer Geburtstags-Auktion. Dem Mail zufolge war sie jedoch schon länger geplant. Tojners Anwalt Karl Liebenwein teilte auf profil-Anfrage allgemein mit: „Soweit es einzelne Spenden an das Hilfsprojekt von Dr. Christoph Chorherr in Afrika gegeben hat, wurden diese immer offen als Unterstützungsleistung ausgewiesen und waren an selbige zu keinem Zeitpunkt Erwartungen oder gar Gegenleistungen geknüpft.“

Tojner bestreitet sämtliche Vorwürfe vehement. Liebenwein teilt mit, Tojner und dessen Unternehmensgruppe hätten zu keiner Zeit die Intention gehabt, Amtsgeschäfte der Stadt Wien in irgendeiner Weise zu beeinflussen. „Die Behauptung, unser Mandant oder seine Unternehmen hätten (…) einem Amtsträger einen ungebührlichen Vorteil zugewandt oder zuwenden wollen, ist geradezu absurd und weisen wir ausdrücklich als haltlos und unrichtig zurück!“ Ebenfalls zurückgewiesen werde die Unterstellung, es sei „im Zusammenhang mit dem Projekt ‚Heumarkt Neu‘ zu unzulässigen Spendenzahlungen oder sonstigen Unregelmäßigkeiten gekommen!“ Die von „profil“ zitierten Angaben seien „unvollständig“ und „aus dem Kontext genommen“.

„profil“ berichtet in der aktuellen Ausgabe über zahlreiche weitere E-Mails, die Vorgänge rund um das Heumarkt-Projekt beleuchten.

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