Schwerpunkt Integration von Geflüchteten in der Jugendarbeit

Wien (OTS) Wien (OTS) – „Ziel der Integrationspolitik in Wien ist es, Integration ab dem ersten Tag zu ermöglichen, zu fördern, aber auch einzufordern. Durch die hervorragende Kooperation der vielen Partnerinnen und Partner in der Integrationspolitik ist es in Wien gelungen, innovative und umfassende Integrationsangebote zu schaffen“, betonte Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky am Dienstag bei der Rechnungsabschlussdebatte im Wiener Gemeinderat. „Wien hat die Erfahrung, Expertise und Strukturen, um auf Herausforderungen wie in den vergangenen beiden Jahren gut zu reagieren. Und die Stadt kann auf die vielen tausend Wienerinnen und Wiener bauen, die sich freiwillig für die Integration engagieren“, bedankte sich Czernohorszky bei den freiwilligen Helferinnen und Helfern.

Die Stadt Wien habe im vergangenen Jahr Integrationsmaßnahmen weiter ausgebaut. Czernohorszky hob in diesem Zusammenhang „StartWien – das Jugendcollege“ als herausragendes Beispiel für gelungene Kooperation und maßgeschneidertes Integrationsangebot hervor. „Mit dem Jugendcollege hat die Stadt Wien ein systematisches, modulares Bildungsangebot etabliert, damit Jugendliche die Chance zum Besuch einer höheren oder berufsbildenden Schule, den Einstieg in eine Lehrausbildung oder auch zur Aufnahme einer Beschäftigung erhalten“, sagte Czernohorszky.

Mit dem Ziel „1000 Chancen für 1000 Jugendliche“ ist das Jugendcollege 2016 gestartet und bietet Basisbildung, Deutschmodule, Spezialmodule und weitere Unterstützungsleistungen für junge Menschen zwischen 15 und 21 Jahren. Das College wird von einem Netzwerk von insgesamt neun Organisationen an zwei Standorten durchgeführt. Es wird im Rahmen des Europäischen Sozialfonds mit Unterstützung des waff umgesetzt und von der MA 17, dem FSW und dem AMS Wien kofinanziert. Czernohorszky dankte in seiner Rede den Stadträtinnen Sandra Frauenberger und Sonja Wehsely, die dieses Projekt im vergangenen Jahr umgesetzt haben.

Integrationsbegleitung ab Tag 1 und Förderung von
Eigeninitiative

Zusätzlich wurden in Zusammenarbeit mit dem FSW die StartWien-Infomodule für Geflüchtete ausgebaut. Im Rahmen der Grundversorgung bietet „StartWien für Flüchtlinge“ ab dem 1. Tag an eine ganzheitliche Integrationsbegleitung für alle AsylwerberInnen in Wien an. Ziel des Programms ist die Unterstützung beim Einleben in ein neues Land durch die Vermittlung von Information in den Bereichen Bildung, Zusammenleben, Gesundheit, Wohnen und Soziales. Allein 2016 haben rund 6.500 TeilnehmerInnen diese Unterstützung in Anspruch genommen. „Ziel der Infomodule ist es, neben der Informationsvermittlung eine gemeinsame Grundlage für das Zusammenleben in Wien zu schaffen“, so Czernohorszky.

Einen Beitrag zur Förderung von Eigeninitiative und Selbstbestimmung leistet das Projekt „CORE – Integration im Zentrum“, das im November 2016 gestartet ist. „Mit dem Projekt CORE schafft Wien Raum für innovative Ansätze, um geflüchteten Menschen ab dem ersten Tag das Einleben in der Stadt zu erleichtern“, so Czernohorszky. Integrationsangebote von öffentlichen Institutionen, Organisationen und zivilgesellschaftlichen Initiativen werden näher zusammengebracht und Flüchtlinge aktiv in die Entwicklung von Integrationsangeboten eingebunden. „CORE rückt die Menschen und ihre vielfältigen Kompetenzen ins Zentrum, macht sie zu Expertinnen und Experten in eigener Sache und leistet so einen Beitrag, damit Integration in Wien von allen gemeinsam gestaltet wird“, betonte der Integrationsstadtrat. Das Projekt CORE wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert und im Rahmen der Urban Innovative Actions Initiative kofinanziert.

Insgesamt wurden Deutschkurse und Bildungsmaßnahmen im Jahr 2016 von der MA 17 mit rund 4,4 Millionen Euro gefördert und damit rund 12.000 zielgruppenspezifische Kursplätze für Schülerinnen und Schüler, Jugendliche und Erwachsene angeboten. Im Jahr 2016 hat es um rund 2.400 Kursplätze mehr gegeben, also um circa 24 Prozent mehr als im Vorjahr.

Netzwerk Deradikalisierung und Prävention hat 2017
Verwaltungspreis gewonnen

„Die Stadt Wien hat 2014 mit dem Netzwerk Deradikalisierung und Prävention ein einzigartiges Projekt zur Bekämpfung von Extremismus, Radikalisierung und Demokratiefeindlichkeit etabliert“, so Czernohorszky. Das Netzwerk hat im Sinne präventiver Maßnahmen den Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildungsangebote im Bereich Extremismus und Radikalisierung gelegt und baut vor allem auf regelmäßigen Austausch und Kooperation zwischen den Mitgliedern. Ca. 6.800 Fortbildungsplätze in unterschiedlichen Formaten wurden in den letzten 2,5 Jahren von MultiplikatorInnen in Anspruch genommen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien hat 2017 für den Aufbau und die Leitung des Netzwerks den österreichischen Verwaltungspreis erhalten.

Schwerpunkt Integration von Geflüchteten in der Jugendarbeit

Im Fachbereich Jugend setzte die MA 13 2016 einen Schwerpunkt auf die Integration von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen. Verstärkter Einsatz galt 2016 auch der Bildungsberatung, um vor allem jene Jugendlichen zu unterstützen, die Schwierigkeiten haben, in einer Ausbildung oder im Beruf Fuß zu fassen. „Ziel der Wiener Kinder- und Jugendarbeit ist die Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen ernst zu nehmen, zu unterstützen und zu fördern. Sie fördert Chancengleichheit und sozialen Zusammenhalt und stärkt die Jugendlichen“, so Czernohorszky.

Fortsetzung der Initiative Erwachsenenbildung

Weitergeführt wurde 2016 auch die 2012 gestartete Bund-Länder-Initiative zur Förderung von kostenlosen Lehrgängen für junge Menschen zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses. Bis Ende 2017 werden das BM für Bildung und die MA 13 gemeinsam über 17 Mio. Euro in Maßnahmen zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses investieren. Dadurch sollen über 2.600 Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit haben ihren Schulabschluss nachzuholen. (Schluss)

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Philipp Lindner
Mediensprecher StR Jürgen Czernohorszky
+43 1 4000 81853
philipp.lindner@wien.gv.at



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