Armutsbekämpfung hat in der Corona-Krise eine neue Bedeutung bekommen: Vieles wurde auf den Weg gebracht- Armut im Alter, speziell bei Frauen, bleibt aber viel zu wenig beachtetes Thema

Wien (OTS) Anlässlich des Internationalen Tags der sozialen Gerechtigkeit unterstreicht Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, Markus Koza, die Notwendigkeit einer wirkungsvollen Armutsbekämpfung, insbesondere in Krisenzeiten: „Wenn die Corona-Krise eines gezeigt hat, dann wie unverzichtbar ein starker, belastbarer Sozialstaat ist.“ Koza erinnert an die zahlreichen getätigten Unterstützungsmaßnahmen für private Haushalte, um Einkommen zu sichern und Armutsgefährdung bestmöglich zu verhindern. „Einkommenssichernde und nachfragestärkende Hilfen für Privathaushalte beliefen sich im Jahr 2020 auf insgesamt 8,1 Mrd. Euro oder 2,2% des BIP. Kurzarbeit, die Senkung des Einstiegssteuersatzes inklusive erhöhter Sozialversicherungsbonus, die Notstandshilfe auf Arbeitslosengeldniveau, die zweimalige Erhöhung des Arbeitslosengeldes sowie der Kinderbonus und der Familienhärteausgleich haben bislang geholfen zu verhindern, dass aus der Gesundheitskrise eine tiefe soziale Krise geworden ist.“

Es werde allerdings auch weiterhin umfassende Maßnahmenbündel brauchen, um den sozialen Folgen der Krise erfolgreich begegnen zu können. Aktuell sei die größte Herausforderung die Bewältigung der hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit: „Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit sind besonders stark armutsgefährdet. Die Verlängerung der Erhöhung der Notstandshilfe bis März ist daher eine wichtige Maßnahme, Armutsgefährdung bei langer Arbeitslosigkeit vorzubeugen. Menschen möglichst rasch wieder in gute, fair bezahlte und sozial gut abgesicherte Beschäftigung zu bringen ist die zentrale Aufgabe der nächsten Monate. Dazu braucht es abseits von Qualifizierung, Weiterbildung und Hilfe bei der beruflichen Umorientierung auch öffentliche Beschäftigungsprogramme. Hier den Rotstift anzusetzen und auf Investitionen zu verzichten wäre jedenfalls Sparen am falschen Ort,“ so Koza. Denn: „Die Kosten der Krise dürfen nicht jenen aufgebürdet werden, die ohnehin schon am schwersten betroffen sind.“

Bedrana Ribo, Senior*innensprecherin der Grünen weist außerdem auf das Thema Armut im Alter hin: „Altersarmut ist leider ein viel zu häufiges Problem, welches zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Gerade Frauen sind davon überproportional stark betroffen. Da Frauen oft unbezahlte Carearbeit bei Kindern oder älteren Angehörigen leisten, haben sie im Alter häufig mit Armut zu kämpfen. Welche große Bedeutung die unbezahlte Carearbeit von Frauen jedoch hat, wird durch die Corona-Krise und die damit einhergehende Schließung von Schulen oder dem Ausfall von Großeltern in der Kinderbetreuung noch deutlicher“, erklärt Ribo und ergänzt: „Die Altersarmut von Frauen zeigt jedenfalls eine strukturelle Benachteiligung, welche mich als Sprecherin für Senior*innen und auch persönlich als Frau stark beschäftigt.“

Die Grünen erreichten bereits die Erhöhung der Ausgleichszulage für Empfänger*innen einer Mindestpension um 3,5%, sodass die Mindestpension nun 1000€ beträgt. „Dies ist sicherlich ein Grüner Erfolg des letzten Jahres, aber die Arbeit ist hier natürlich noch lange nicht getan. Es muss sich noch einiges ändern, bevor Altersarmut kein Thema mehr ist. Hier ist klar die Politik gefordert und genau daran will ich in meiner Position als Sprecherin für Senior*innen weiterarbeiten“, unterstreicht Ribo.

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