EU-Parlament fordert EU-weit gültigen Rechtsrahmen für Bodenschutz

Brüssel (OTS)Wir leben auf und mit dem Boden, er ist unsere Lebensgrundlage. 98% unserer Lebensmittel kommen direkt oder indirekt vom Boden. In den letzten Jahrzehnten wurden die Böden nicht nur von der industriellen Landwirtschaft, durch einen viel zu hohen Einsatz an Pestiziden, mineralischen Düngemitteln und der Massen-Tierhaltung maßlos überstrapaziert, sondern auch für immer mehr Gewerbe- und Verkehrsflächen versiegelt. Etwa 970 Millionen Tonnen fruchtbarer Boden gehen in der EU jedes Jahr allein durch Erosion verloren. Die Bildung von einem Meter Boden dagegen dauert je nach Ausgangsgestein und Klima zwischen 20. 000 und 200.000 Jahren. Er ist die kostbarste Ressource, die wir haben“, sagt die EU-Abgeordnete Sarah Wiener angesichts der heutigen Abstimmung im EU-Parlament über eine Resolution zum Bodenschutz.

Wichtigster Knackpunkt in den Verhandlungen war dabei die Forderung nach einem EU-weit gültigen Rechtsrahmen, den konservative Kräfte verhindern wollten, dabei aber deutlich überstimmt wurden. „Ich freue mich, dass die Mehrheit im Parlament die Dringlichkeit erkennt und für ein gesetzliches Rahmenwerk gestimmt hat. Gesunde Böden spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und Biodiversitätsverlust. Sie sind für funktionierende Ökosysteme unerlässlich und somit auch zentral, um die Ziele des European Green Deal zu erreichen“, mahnt die EU-Abgeordnete, die zurzeit als Schattenberichterstatterin die „Farm to Fork“-Strategie mitverhandelt.

Bereits 2006 hat die EU-Kommission versucht, einen EU-weiten Rechtsrahmen zum Schutz der Böden einzuführen. Einige wenige Mitgliedsstaaten haben dies allerdings blockiert. Über ein Jahrzehnt später entwickelt die EU-Kommission nun eine EU-weite Bodenstrategie, die allerdings vorerst rechtlich nicht bindend ist. „Der Ball liegt nun erneut bei den Mitgliedsstaaten. Ich hoffe auch sie werden die Notwendigkeit des Bodenschutzes erkennen, denn eine EU, die zwar Regelungen zum Schutz von Wasser und Luft, aber keine für den Boden hat, ist nicht mehr zeitgemäß,“ kommentiert Sarah Wiener und ergänzt: „Was wir jetzt brauchen ist die Einbindung des Bodenschutzes in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Darüber hinaus müssen humusaufbauende und -bodenschonende Anbaumethoden wie Ökolandbau, Permakultur und Agroforst besonders gefördert werden, Mineraldünger hingegen höher besteuert. Und nicht zuletzt müssen wir eine Diskussion über die Bedeutung unseres Bodens beginnen, der heutzutage vielfach als Investitionsobjekt betrachtet wird. Boden und Land sind unser Weltenerbe und darf nicht als Spekulationsobjekt zusehends ausgebeutet werden – ohne Boden keine Nahrung.“

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