Anlässlich des bevorstehenden Muttertags am 9. Mai lud die österreichische Plattform “Mutternacht” heute zum Mediengespräch

Wien (OTS) Schwangere, gebärende und stillende Mütter in Gefängnissen sind sehr verletzlich, nur zu oft wird auf sie und ihre Bedürfnisse – sowie jene ihrer Kinder – vergessen. Die Plattform spricht sich dafür aus, nach Alternativen zu einem Gefängnisaufenthalt für Mütter kleiner Kinder zu suchen.

“Falls ein Gefängnisaufenthalt unvermeidbar ist, muss die Umgebung den Bedürfnissen von Mutter und Kind angepasst werden. Ein enger und regelmäßiger Kontakt zwischen Mutter und Kind ist extrem wichtig”, erklärt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung und Gründerin der Plattform Mutternacht und ergänzt: “Eine Trennung ist möglichst zu vermeiden. Schwangere und Gebärende dürfen bei Untersuchungen außerhalb des Gefängnis nicht gefesselt werden, ebenso wenig bei der Geburt, die unbedingt in einem Spital stattfinden soll, um Mutter und Kind keinen zusätzlichen gesundheitlichen Gefahren auszusetzen. Die Gesundheit von Mutter und Kind muss auch nach der Geburt von ausgebildetem Gesundheitspersonal begleitet werden. Frauen müssen im Gefängnis Zugang zu Verhütungsmitteln haben und legal abtreiben können, sofern sie das wünschen”.

Auch wenn die Rechte inhaftierter Schwangerer und Mütter in Österreich geregelt sind, so gibt es doch Herausforderungen in diesem Bereich, die nicht dem üblichen Gefängnisalltag entsprechen: Es braucht für werdende Mütter besondere Ernährung und Kleidung, die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen werden außer Haus gemacht, Hebammen kommen zur Nachbetreuung in die Justizanstalt und es wird dafür gesorgt, dass die Kinder möglichst Kontakt zu Gleichaltrigen haben. “Menschen in Haft befinden sich immer in einer Ausnahmesituation”, schildert Petra Albrecht, Kontrollinspektorin in der Justizanstalt Josefstadt in Wien. Dies gilt in besonderem Maße für schwangere Frauen und Frauen mit Kindern. Diese haben mit vielen Schwierigkeiten, Ängsten und auch mit Vorurteilen zu kämpfen. Vielfach steht auch das Thema einer eventuellen Kindesabnahme im Raum. Hier gilt es die Frauen zu unterstützen und ihre besondere Situation zu berücksichtigen.”

Die Rechte Schwangerer und Mütter im Gefängnis gilt es gesetzlich und real auch in Ländern des Südens – wie etwa in Uganda – voranzubringen. Die Austrian Development Agency (ADA) unterstützt in Uganda mit einem Schwerpunkt ihrer Arbeit im Justice, Law and Order Sektor auch die Gefängnisverwaltung. In dem Zusammenhang wird versucht, die Lebensbedingungen für alle Inhaftierten zu verbessern. Alle Frauen verdienen die beste Gesundheitsversorgung, wenn sie ein Kind bekommen”, sagt Lydia Ssenga, Principal Rehabilitation and Reintegration Officer bei Uganda Prisons Service. “Wir haben die Pflicht, die Gesundheitsrechte von inhaftierten Schwangeren und Babys zu fördern und zu schützen. Wir suchen nach nachhaltigen Optionen für den Übergang von im Gefängnis geborenen Kindern und solchen, die mit ihren Müttern ins Gefängnis kommen, zurück in die Gesellschaft.”

Die Plattform “Mutternacht” setzt sich für eine Senkung der Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern ein.

Rückfragen & Kontakt:

www.mutternacht.at / Mobil: 0650/9229454



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