Sozialistische Jugend weist Vorwurf des Missbrauchs der Befreiungsfeier des ehemaligen KZ Mauthausen aufs Schärfste zurück.

Wien (OTS) Im Ö1-Abendjournal vom 17. Mai 2021 wurde die heurige Gedenkfeier des ehemaligen KZ Mauthausen thematisiert, an der unter anderem weit über 100 Mitglieder der Sozialistischen Jugend, mit roten Fahnen ausgestattet, teilnahmen. Während ÖVP-Abgeordnete durch ihre Abwesenheit auffielen, kritisierte ÖVP-Nationalratsabgeordneter Martin Engelberg “Gruppen mit roten Fahnen, die nichts mit dem Gedenken (…) oder dem Nationalsozialismus zu tun haben” und unterstellte ihnen indirekt einen politischen Missbrauch der Gedenkveranstaltung. Paul Stich, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich weist diese Aussage klar zurück: “Hunderten politisch interessierten und engagierten Menschen, darunter vielen Jugendlichen zu unterstellen, sie hätten nichts mit dem Gedenken oder mit dem Nationalsozialismus zu tun, ist nicht nur schlicht und ergreifend falsch, sondern auch eine unglaubliche Herabwertung von wichtiger Gedenkarbeit”, so Paul Stich.

Die Teilnahme an der Befreiungsfeier stellt auch für die SJ einen wichtigen Bestandteil ihrer Bildungsarbeit dar. “Aktivist*innen der Sozialistischen Jugend sowie vieler anderer Organisationen haben sowohl gegen den Austrofaschismus, als auch gegen den Nationalsozialismus Widerstand geleistet. Sie wurden aufgrund ihrer politischen Einstellung angefeindet, verfolgt und eingesperrt.”

Rote Fahnen stellen für die SJ einen Ausdruck der Gedenkkultur dar, die auch eine politische Analyse miteinschließt: “Weder in Österreich noch in Deutschland ist der Faschismus vom Himmel gefallen. Im Gegenteil: Der Faschismus war das Ergebnis einer historischen Entwicklung, in der bürgerliche und rechte Kräfte die Demokratie abbauten und ausschalteten.”

Grundsätzlich sei die Befreiungsfeier jedoch nicht der richtige Ort, um Gruppen auszurichten, ob und wie sie zu Gedenken hätten: ”Die Befreiungsfeier des ehemaligen KZ steht allen Opfergruppen offen. Und das ist auch gut so. Anderen Gruppen auszurichten, ihr Gedenken an ermordete Genoss*innen, Freund*innen und Familienmitglieder wäre weniger wert oder gar unberechtigt, hinterlässt besonders im Kontext der Befreiungsfeier einen mehr als schalen Beigeschmack. Vielleicht sollte Herr Engelberg einen Blick in die Geschichtsbücher werfen, bevor er anderen Gruppen unterstellt, das Gedenken missbrauchen zu wollen. Es würde ihm und der Debatte gut tun”, so Stich.

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