Sozialistische Jugend fordert präventive Maßnahmen zur Reduzierung von Untauglichen und einen Mindestlohn von 1.700 Euro für Präsenz- und Zivildiener.

Wien (OTS) Ab Montag gibt es mit der Teiltauglichkeit für junge Männer in Österreich eine große Neuerung. Ab jetzt sollen einige junge Männer, die bisher als untauglich erklärt wurden, als teiltauglich gelten. „Das Ziel, mehr junge Männer für Bundesheer oder Zivildienst zu verpflichten klingt nach einer praktikablen Idee. Wenn man das Konzept jedoch genauer betrachtet, kann man es nur als Pfusch auf allen Ebenen bezeichnen“, so Paul Stich, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJ).

Viele junge Männer sind in den letzten Jahren wegen Übergewicht, Krankheiten oder sonstigen psychischen sowie physischen Problemen untauglich erklärt geworden. „Anstatt sich mit der Ursache des Problems auseinanderzusetzen werden nun einfach die Standards gesenkt. Das ist jedoch nichts als Symptombekämpfung“, erklärt Paul Stich.

Anstatt die Standards für die Tauglichkeit zu senken, müssten jedoch präventive Maßnahmen gesetzt werden. „Längst überfällige Maßnahmen wie die tägliche Turnstunde oder das Sicherstellen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung an den Schulen werden ignoriert, obwohl sie die Zahl der Untauglichen langfristig senken würden“, appelliert Stich.

Als weiteres Problemfeld sieht Stich die schlechte Entlohnung von Wehr-, und Zivildienstdienstleistenden. „Ein wesentlicher Effekt der Teiltauglichkeit besteht darin, dem Bundesheer, aber vor allem auch Zivildienstorganisationen, billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Das ist, ganz besonders in Zeiten der höchsten Arbeitslosigkeit, fatal. Während über eine halbe Million Menschen händeringend Arbeit suchen, wird die vorhandene Arbeit zu Hungerlöhnen an Menschen vergeben, die in ihrer Situation oft gar keinen Job brauchen. Denn natürlich könnten die chronisch unterfinanzierten Zivildiensteinrichtungen auch normale Leute einstellen. Doch in der Realität sind die Zivis einfach billiger“, erklärt Stich.

Als Lösungsansatz nennt Stich die Einführung von fairen Lohnstandards für Wehr- und Zivildiener: „Seit Jahren sagen wir deutlich, dass auch Arbeit beim Bundesheer oder bei Zivildienstorganisationen ordentlich entlohnt werden muss! Auch hier muss es einen Mindestlohn von 1.700 Euro geben. Nur so kann Lohndumping langfristig verhindert werden“, so Stich abschließend.

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