Verband Österreichischer Software Industrie (VÖSI): IT-Unternehmen zählten eher zu den Krisengewinnern, aber es gab doch einiges an Einbußen und verlorenen Aufträgen.

Wien (OTS) Die Wirtschaft und die Unternehmen waren bislang von der Corona-Krise massiv beeinträchtigt, viele mussten sich über Nacht anpassen, die Mitarbeiter ins Home-Office verlagern oder Prozesse anpassen und digitalisieren. Einige Branchen wie Tourismus, Gastronomie, Handel aber auch Kultur waren und sind vom Lockdown bzw. den Schließungen stark betroffen. „Wo diese Branchen zum Kundenkreis von IT- und Software Unternehmen zählten, da war die IT-Branche als „Enabling-Branche“ auch beeinträchtigt“, zieht Peter Lieber, Präsident des Verbands Österreichischer Software Industrie (VÖSI), über das letzte Jahr seit dem Start der Krise im März 2020 Bilanz. „Die Branche ist in Veränderung – in einigen Bereichen wird es zu Konsolidierungen und Insolvenzen kommen, etwa in Betrieben, die Individual-Software entwickeln, aber auch bei Herstellern von Lösungen für stark betroffene Branchen.“ Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist ernst, warnt Lieber: „Sollte es nicht bald zu einer geordneten Öffnung für alle Betriebe kommen, droht eine massive Pleitewelle, die dann natürlich auch die IT-Branche massiv treffen wird.“

Informationstechnologie (IT) eindeutig aufgewertet

Die Corona Krise hat sich als Motor für IT und Digitalisierung erwiesen, unterstreicht Peter Lieber: „Es ist keine Frage mehr ob man IT braucht – Software und IT sind für jedes Unternehmen heute unverzichtbar. Corona hat eines gezeigt: Je digitalisierter Unternehmen waren, desto besser kamen sie bislang durch die Krise. Allerdings muss man nicht alles selbst machen. Meine eigenen Software Unternehmen haben ihre komplette IT schon seit Jahren ausgelagert, damit wir uns auf unsere Kernkompetenzen im Bereich Modellierung konzentrieren können.“ IT-Themen wie Cloud Computing, Cyber Security, neue Workplace Lösungen aber auch Künstliche Intelligenz und Automatisierung werden 2021 eine große Rolle spielen. Dem Thema „KI für das Engineering und das intelligente Unternehmen“ ist auch der Software Day 2021 gewidmet, der am 29. September bereits zum fünften Mal als Leistungsschau und Treffpunkt der heimischen Software Branche in der WKÖ stattfindet und vom VÖSI organisiert wird. www.softwareday.at

Wunsch an die Politik

Statt der „Sperren wir einfach alles zu“-Strategie und dem andauernden Verschieben von Fristen wünscht sich der VÖSI mehr Eigenverantwortung: „Die Unternehmen haben in den letzten Monaten vielfach Konzepte und Lösungen entwickelt, die zeigen, wie sie den Alltag trotz und mit der Krise bewältigen können. Dabei hat die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden selbstverständlich oberste Priorität“, betont VÖSI Präsident Peter Lieber. Mit Blick nach vorne meint Lieber: „Wenn wir etwas gelernt haben sollten, dann ist es eines: Die Zukunft gehört denen, die mit digitalen Medien, Software und Komplexität umgehen können – und das kann man lernen. Daher gilt es, massiv in den Bereich digitale Bildung und Weiterbildung zu investieren – sowohl in den Schulen als auch im Sinne von lebenslangem Lernen.“

Eigene Erfahrungen bei SparxSystems, SparxServices und LieberLieber Software

„In der ersten Phase haben wir in unserer Firmengruppe alle Aufträge im Bereich Training und Consulting verloren, auch eine Event in Deutschland für ca. 300 Teilnehmer mit enormen Kosten konnte nicht mehr storniert werden. In den ersten drei Monaten haben wir auch Kurzarbeit genutzt, aber seither auf Home Office und ganz wenig Büro-Präsenz umgestellt“, gibt VÖSI-Präsident Peter Lieber, Eigentümer von SparxSystems, SparxServices und LieberLieber Software, Einblick in eigene Erfahrungen. „Die Unternehmenskunden haben sich nach anfänglicher Schockstarre auf die aktuelle Lage eingestellt: Seit dem Sommer finden wieder Remote Training, Consulting und Coaching statt. Fazit: Im zweiten Quartal gab es zwar Verluste, aber im zweiten Halbjahr konnten wir einige Abschlüsse erzielen. Im Moment wird allerdings nur absolut Notwendiges gekauft, die Nice-to-Haves oder Wäre-Schön-Funktionen werden derzeit verschoben“, so Lieber.

Kurzarbeit war großer Aufwand

In der Praxis war die Kurzarbeit mit einem großen Aufwand verbunden, kritisiert Lieber: „Die Anträge für Kurzarbeit waren mehrfach abzugeben. Die Zahlungen erfolgten anfangs schleppend, später vorhersehbar. Im September 2020 haben wir die Kurzarbeit in der Firmengruppe beendet, mittlerweile haben wir sogar wieder neue Mitarbeiter aufgenommen.“ Dieses Beispiel entspricht auch dem Vorgehen der VÖSI-Mitgliedsunternehmen: In den ersten Monaten wurde Kurzarbeit vielfach in Anspruch genommen – mit mehr oder weniger große Abwicklungsproblemen.

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