Regierungsantrag reduziert Planbarkeit von Beruf und Freizeit für ArbeitnehmerInnen drastisch

Wien (OTS/SK) „Wenn die Regierung behauptet, dass durch den Gesetzesantrag der 12-Stundentag gar nicht eingeführt werde, dann ist das die reine Unwahrheit“, richtete der Abgeordnete der SPÖ, Dietmar Keck, am Freitag anlässlich der Sondersitzung des Nationalrates deutliche Worte an Schwarz-Blau. Keck erinnerte sich dabei an seine eigene Vergangenheit als Schwerarbeiter im Schichtbetrieb: „Ich habe alle Schichtvarianten durchprobieren müssen und ich weiß, dass die schwerste körperliche Arbeit das 12-Stunden-Rad ist“, so Keck. ****  

Trotz schwerer Arbeit sei es aber durch Betriebsvereinbarungen und gute VertreterInnen der Belegschaft möglich gewesen, lange Freizeitblöcke zu ermöglichen und man habe lange im Vorhinein gewusst, wann man arbeiten muss. „Mit diesem Initiativantrag ist das nicht mehr der Fall, weil der Chef sagen kann: ‚Pass auf, du bleibst da, wir arbeiten just in time‘“, so Keck. 

Was das konkret bedeutet, verdeutlichte der Abgeordnete der SPÖ anhand eines Beispiels: „Der Josef aus Nebelberg muss um 3:30 aufstehen, weil um 4 Uhr geht der Schichtbus zur Arbeit, wo er um 5:30 eintrifft. Um 6 Uhr ist Arbeitsbeginn, um 9:30 hat er eine Viertelstunde Pause – unbezahlt. Um 12:30 hat er 30 Minuten Mittagspause – unbezahlt. Um 16 Uhr hat er wieder 15 Minuten Pause – unbezahlt. Um 19 Uhr ist Arbeitsende, weil die 60 Minuten unbezahlte Pausen eingearbeitet werden müssen. Um 19:30 kann er nach der Schwerarbeit endlich nachhause fahren, wo er um 21 Uhr ankommt. Josef hat sechs Stunden Schlaf, bevor er um 3:30 wieder aufstehen muss“, so Keck, der die Regierung auffordert, sich von diesen Bedingungen selbst ein Bild vor Ort zu machen. 

Ein Betriebsratsvorsitzender einer Gießerei aus Tirol, berichtete Keck, habe den Kanzler und Vizekanzler eingeladen, in dem Betrieb zu arbeiten. „Der Vizekanzler hat ihn wissen lassen, dass es aus zeitlicher Sicht nicht möglich sei. Er arbeite ja auch 12 Stunden am Tag und länger als 60 Stunden in der Woche“, sagt Keck. „Wenn ich aber in der Früh vom Chauffeur mit dem Dienstwagen abgeholt werde, ins Büro gehe und dort eine Besprechung habe, dann ist es ein Witz, diese Arbeit mit jener in einer Gießerei zu vergleichen“, zeigte sich Keck entrüstet über den Umgang mit den Arbeiterinnen und Arbeitern in Österreich: „Arbeiten Sie vier Wochen 12 Stunden am Tag am Hochofen der Voestalpine unter den Bedingungen und der Bezahlung der Beschäftigten. Dann vergeht Ihnen der Antrag auf einen 12-Stundentag“, so Keck abschließend. (Schluss) up/ls 

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