Berufsverband der PsychotherapeutInnen fordert die Gleichstellung psychisch erkrankter PatientInnen mit PatientInnen somatischer Erkrankungen

Wien (OTS) Bereits in der von der UNO 1948 verfassten Erklärung der Menschenrechte, findet sich u.a. das Recht auf Wohlfahrt, das festlegt, dass jeder das Recht „auf einen Lebensstandard hat, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen gewährleistet sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.“

In Hinblick darauf, dass der Begriff „Gesundheit“ auch psychische Gesundheit und psychisches Wohlbefinden umfasst, wird dieses Recht in Österreich nur zum Teil gewährleistet.

Denn: Die Krankenkassen erstatten PatientInnen nur einen sehr geringen Teil der Kosten, wenn es um die Behandlung psychischer Leiden geht. Der Kostenzuschuss der Gebietskrankenkassen für Psychotherapie beträgt bundesweit seit 25 Jahren lediglich 21,80 Euro. Etwas mehr sind es bei der BVA (40 Euro), der VAEB (28 Euro) und der SVB (50 Euro).

„Das ist viel zu wenig! Die Konsequenz ist, dass die meisten psychisch erkrankten Menschen es sich nicht leisten können, gesund zu werden.“ sagt Dr. Peter Stippl, Präsident des ÖBVP.

Auf die relativ wenigen kassenfinanzierten Psychotherapieplätze warten PatientInnen derzeit bis zu 8 Monate.

„Ein so langer Zeitraum ist bei psychischen Erkrankungen fatal und den PatientInnen nicht zumutbar; eine Abwärtsspirale ist vorprogrammiert, die in vielen Fällen Arbeitsunfähigkeit, Frühpensionen oder schwere, viel aufwendiger zu heilende psychische Erkrankungen nach sich zieht“, klagt Stippl.

Darüber hinaus ist es eine rechtswidrige Versicherten-Ungleichbehandlung, weil: Alle zahlen Versicherungsbeiträge, aber nur wenige bekommen Psychotherapie auf Kassenkosten!

Um das Recht auf Gesundheit vollständig und vor allem gerecht zu gewähren, ist die österreichische Gesundheitspolitik JETZT gefordert, ein bundesweit einheitliches gesamtvertragsähnliches Versorgungskonzept für Psychotherapie zu schaffen.

Mehr Informationen unter:
https://www.psychotherapie.at/oebvp/berufspolitik
https://www.psychotherapie.at/oebvp/berufspolitik/kassenvertrag

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Mag.a Barbara Zsivkovits, Öffentlichkeitsarbeit
01/512 70 90 Fax 01/512 70 91
oebvp.zsivkovits@psychotherapie.at
http://www.psychotherapie.at



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