TierschützerInnen müssen mehr in die Erarbeitung praxistauglicher Regelungen eingebunden werden

Wien (OTS) Das neu veröffentlichte Tierschutzpaket der Bundesregierung sorgt nicht nur bei Tierschutz Austria, sondern auch bei vielen anderen Tierschutz-Organisationen für großes entsetzen. Die Grünen haben es eindeutige verabsäumt, unter ihrer Regierungsbeteiligung wesentliche Verbesserungen für den Tierschutz zu erreichen und somit die ÖVP in der üblichen Blockade jeglichen Fortschrittes unterstützt.

Angefangen bei den Ausnahmen und Übergangsregelungen für die dauernde Anbindehaltung von Rindern, die lang genug gewährt wurde, muss endlich mit dieser Folterhaltung auf engstem Raum ein Ende sein, und zwar nicht erst 2030! Das gleiche gilt für die Beibehaltung der Vollspaltenböden in der Schweinehaltung. Österreich verstößt hier seit 2016 gegen EU-Recht. Ein komfortabler Liegebereich aus Stroh ist jetzt endlich ein Muss.

„Wieder einmal wurde über den Tierschutz geredet ohne Tierschutzorganisationen, die mit sehr viel Engagement eigentlich den Tierschutz tragen, einzubinden. Es ist endlich an der Zeit, dass die Politik TierschützerInnen bei solchen Prozessen zukünftig stärker einbindet,“ appelliert MMag. Dr. Madeleine Petrovic Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (Tierschutz Austria) „Tierschutz Austria ist, wie viele andere Tierschutzorganisationen, besonders in der Nutztierhaltung aktiv beteiligt und kennt die Praxis. Demnach ist es eigentlich ein Muss, dass anerkannten Tierschutzorganisationen über ein umfangreiches Mitspracherecht und vor allem das Recht auf Parteistellung im Verwaltungs- und Strafverfahren gewährt ist.“

Zudem braucht es für beschlossene Gesetzesänderungen auch Kontrollen, die realistisch umsetzbar sind. „Dem Gesetz nach, sollen nun zwei Prozent der Betriebe in Österreich im Jahr kontrolliert werden. Hochgerechnet bedeutet das, dass es 50 Jahre braucht, um alle Betriebe kontrolliert zu haben. Das ist absurd,“ sagt Petrovic.

Tierschutz Austria ist ebenfalls Miteigentümer der Kontrollstelle für Artgemäße Nutztierhaltung, die im Moment hauptsächliche den Geflügelbereich kontrolliert. Dabei ist ersichtlich, dass in Kooperation der Branche mit Tierschutzorganisationen stätige Fortschritte erreichbar sind. „Ein solches Kontrollsystem wäre in allen anderen Bereichen der Nutztiere ebenfalls anzustreben,“ so Petrovic.

Darüber hinaus gehört der Transport von nichtentwöhnten Kälbern strikt verboten, ebenso der Export unserer Rinder in sämtliche Drittstaaten ausnahmslos untersagt. Freigängerkatzen gehören auch im ländlichen Raum verpflichtend kastriert und die Ausübung der Jagd und Fischerei darf nicht länger vom Tierschutzgesetz ausgenommen sein. Eine Zucht muss bewilligungspflichtig werden, um den illegalen Welpenhandel ernsthaft einzuschränken. Eine bloße Meldung wird von der Behörde nicht kontrolliert. Außerdem braucht es eine Erweiterung und Verschärfung der Kontrollrechte der AmtstierärztInnen.

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MMag. Dr. Madeleine Petrovic
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