Petrovic: „Nicht die Rasse ist entscheidend – der Mensch prägt den Hund.“

Vösendorf (OTS) Bullterrier, American Staffordshire, Pit Bull Terrier oder Rotweiler: Einmal im Tierheim gelandet, haben es die sogenannten Listenhunde besonders schwer. Aufgrund der Auflagen für Hundehalter und des schlechten Rufes werden Listenhunde seltener adoptiert als andere Rassen. Aus diesem Grund widmet Tierschutz Austria nun ein ganzes Monat diesen Hunden.

Hunde beißen aus den unterschiedlichsten Gründen, die Rasse ist jedoch keiner. „Es ist bewiesen, dass zwischen verschiedenen Hundetypen keine Unterschiede bei der Neugier, Freundlichkeit und Aggressivität gemessen werden können. Für gängige Listenhunde, wie Pitbull und Rottweiler konnte zudem kein überdurchschnittlich hohes Gewaltpotential ermittelt werden. Listenhunde sind somit per se nicht aggressiver“, sagt MMag. Dr.in Madeleine Petrovic Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins.

Dass dennoch manche Hunde auffällig werden, hängt viel von äußeren Einflussfaktoren ab. Dazu gehören die Aufzuchtbedingungen des Wurfes und die ersten Erfahrungen, die die Tiere beim Züchter gemacht haben. Vor allem aber die Sozialisierung bei den BesitzerInnen und die dort angewandten Trainings- und Beschäftigungsmethoden, sind entscheidend. „Nicht die Rasse ist entscheidend – der Mensch prägt den Hund. Deshalb fordern wir schon lange, dass die Einschätzung, ob ein Hund aggressiv sei und warum, nur im Einzelfall von ausgebildeten und tierschutzzertifizierten HundetrainerInnen getroffen werden und nicht aufgrund eines Generealverdachts gehandelt werden sollte“, so die Tierschützerin.

Im Moment leben 24 Listenhunde im Tierschutzhaus Vösendorf die auf ein Zuhause warten. Drei stellt Tierschutz Austria exemplarisch an dieser Stelle vor:

Tyson

Tyson ist ein 1-jähriger stürmischer Staffordshire Terrier-Rüde. Er ist sehr menschenfreundlich und auch mit Hündinnen gut verträglich, bei Rüden entscheidet die Sympathie. Tyson hat in einer Wohnung gelebt, ist stubenrein und kennt die Grundkommandos. Leider muss der Rüde noch das Gehen an der Leine lernen. Tyson sucht deshalb Besitzer mit viel Kraft und einem ruhigen Zuhause. Der stattliche Rüde leidet zudem an mittelgradiger HD und erhält Schmerzmittel, deshalb sollten Stufen weitestgehend vermieden werden.

Benjamin

Der 7-jährighe Staffmischling Benjamin hat in seinem Leben noch nicht viel kennen gelernt. Trotz allem ist der Rüde menschenfreundlich und nach einer kurzen Kennenlernphase ein wahrer Schmuser. Obwohl Benjamin ein Defizit mit seinem Bewegungsapparat hat, ist er ein sehr munterer und bewegungsfreudiger Weggefährte. Benjamin ist auf der Suche nach einem ebenerdigen Zuhause bei Menschen mit Hundeerfahrung in ruhiger Umgebung.

Stini

Die freundliche American Staffordshire Terrier-Hündin Stini ist lieb zu Menschen, sehr lebhaft und stubenrein. Bei Hunden reagiert die 5-Jährige leider sehr gestresst und weder das Autofahren noch der Weg mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln sind ihr geheuer. Stini hat leider noch nicht viel kennen gelernt und tut sich daher sehr schwer beim allein sein und an der Leine gehen. Deshalb wünscht sich die hübsche Hündin ein neues Zuhause mit erfahrenen Hundebesitzern ohne Kinder und andere Tiere. Auf dem Land, also in ruhiger Umgebung, würde sich Stini besonders wohl fühlen und für sie den idealen Platz bieten, um in entspannter Atmosphäre lernen zu können.

Bilder: https://we.tl/t-VOWP7a8j87

Listenhunde sind auch in der neuen Folge des Tierschutz Austria Podcasts “Reingeschnuppert” Thema, in der Hundeexpertin Gudrun Braun ihre Erfahrungen und Meinung im Gespräch mit Stephanos Berger teilt. Jetzt reinhören: https://www.tierschutz-austria.at/podcast/

Rückfragen & Kontakt:

Tierschutz Austria
Sophie Reiter
Pressereferentin
+43 699 16604008
sophie.reiter@tierschutz-austria.at
www.tierschutz-austria.at



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.