Ein Jahr Schule unter Corona-Bedingungen zeigt: Die Politik muss der heranwachsenden Generation höhere Priorität einräumen.

Innsbruck, Wien (OTS) Eltern kennen den Nervenkitzel: Wenn dieser Tage eine Mail oder ein Anruf der Schule kommt, bedeutet das meistens nichts Gutes. Ein Corona-Verdachtsfall beim Nasenbohren, die Bestätigung beim PCR-Test und schon heißt es zuhause bleiben, wieder einmal. Was im Sinn der Pandemiebekämpfung einfach und nachvollziehbar klingt, beschert betroffenen Familien einen Rattenschwanz an Problemen. Als K1 in Quarantäne zu müssen, ist der Albtraum aller – egal ob Lehrkörper, Schüler oder Familien –, dem man sich immer weniger entziehen kann. Denn solange nicht eine kritische Masse geimpft ist, ist keine Besserung in Sicht. Bildungseinrichtungen (also auch Kindergärten und -krippen) werden auf- und zugehen wie eine Schiebetür, auf deren einen Seite das Virus jene auf der anderen auslacht, die an Sicherheitskonzepte geglaubt haben.
Ein Jahr Schule unter Corona-Bedingungen kann man sich nicht schönreden. Dafür haben Kinder jeder Altersstufe zu viel versäumt, Lehrstoff genauso wie soziale Weiterentwicklung, für die es die Gruppe offline braucht. Deshalb ist es höchste Zeit für die Verantwortlichen, ein umfangreiches Schulpaket zu schnüren, das Schülern und Lehrern die Wertigkeit gibt, die sie verdienen. Abseits der Maturaregelung gibt es bisher nur ein Stückerlwerk an Maßnahmen. Was ist mit mehr Lehrer-Springern, die Ausfälle abdecken? Kreativen Raum-Lösungen, damit Schüler nicht mehr im unbefriedigenden Schichtbetrieb verbleiben müssen? Welche Perspektiven kann der Schulbetrieb im Herbst bieten? Zu Beginn der Pandemie hatte die Schule keine Priorität im Krisenmanagement. Sollte sich das nicht bald ändern, wächst hier freilich der Krisenherd der Zukunft heran.

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung
0512 5354 5101
chefredaktion@tt.com



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.