Innsbruck (OTS) Zusammen ein herbes Minus von 15 Prozentpunkten und knapp an einem grün-blauen Bürgermeisterduell vorbeigeschrammt: Der Zwei-Marken-Kurs der gespaltenen ÖVP in Innsbruck hat keine Zukunft.

Die höchst spannende Innsbrucker Gemeinderatswahl war wieder für Überraschungen gut. Die Grünen holten trotz aller interner Aufregungen und ganz gegen den Bundestrend Platz 1. Ein großer Erfolg, besonders auch für Spitzenkandidat Georg Willi, der mit seinem moderaten Stil nicht nur für grüne Kernwähler wählbar ist (für manche Fundis ist er es ja nicht). Das zeigten auch die gestern über 30 Prozent Stimmen bei der Bürgermeister-Direktwahl.
Ebenfalls Sieger sind die Freiheitlichen, die zwar unter der angepeilten 20-Prozent-Hürde geblieben sind, jetzt aber die neue Nummer 2 in der Stadt sind und künftig wohl ein gewichtigeres Wort in der Stadt mitreden werden. Und es fehlte nicht viel, dann hätte es wie bei der Bundespräsidentenwahl ein grün-blaues Duell um das Innsbrucker Bürgermeisteramt gegeben.
Auch das gab es bei der Bundespräsidentenwahl: Während Grün und Blau stark abschnitten, gab es miserable Ergebnisse für Schwarz und Rot. Die SPÖ war bei der Nationalratswahl im Herbst in Innsbruck noch Erster und bei der Landtagswahl vor wenigen Wochen nur hauchdünn hinter der ÖVP auf Platz 2. Gestern erlebten die Roten mit ihrer Spitzenkandidatin Irene Heisz und Parteichef Helmut Buchacher einen schwarzen Sonntag, Platz 5 und ein Absturz von bereits vorher schwachen 14,5 auf noch 10,3 Prozent und noch schlechtere 7 Prozent bei der Bürgermeisterwahl sind wahrlich ein desaströses Resultat. Das war es auch für die seit 1994 gespaltene ÖVP. Seit 1994 (damals gründete Herwig van Staa „Für Innsbruck“ und wurde Bürgermeister) traten FI und ÖVP getrennt auf, seither stellte die FI mit van Staa, Hilde Zach und Christine Oppitz-Plörer stets das Stadtoberhaupt. Die Landes-ÖVP sah dem Treiben teils wohlwollend (immerhin blieb Innsbruck ja auch dank der zwei Marken „bürgerlich“) bis machtlos zu. Bei der letzten Wahl kam es gar zu einer Frontal-Konfrontation zwischen Oppitz-Plörer und ÖVP-Kandidat Christoph Platzgummer. Mittlerweile sind die Wogen geglättet und die beiden Fraktionen auf Kuschelkurs. Freilich nicht mit vielen Wählerinnen und Wählern, die Gelb und Schwarz gestern mit zusammen fast minus 15 Prozentpunkten einen massiven Denkzettel verpassten. Und um ein Haar hätte der Umstand, dass auch Franz Gruber um den Bürgermeistersessel kandidierte, Oppitz-Plörer gestern aus dem Amt gekippt. Dann stünden FI, die ÖVP und die Landes-ÖVP mit LH Günther Platter vor einem Scherbenhaufen. So besteht jetzt wenigstens noch eine realistische Stichwahl-Chance. Aber auch die Gewissheit, dass die Innsbrucker Parteitrennung endgültig
zum großen Problem geworden ist.

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