Innsbruck (OTS) Viele Zuseher sind empört – wegen der Tonalität und der inhaltlichen Festlegungen Herbert Kickls im ORF-Sommergespräch, obwohl man dies wie das vom Oberfreiheitlichen kennt. Es sind Leute, die noch nie mit der FPÖ konnten, weiterhin nicht können werden. Um die geht es Kickl aber nicht. Er hat das (potenziell) blaue Publikum fokussiert. Und bedient. Mit der seit Jörg Haider bekannten Opferpose – auch die bösen Medienleute sind gegen uns –, mit der erneuten Forderung, von den Sanktionen gegen Putin zu lassen, indem er den Klimawandel kleinredet. Da macht er das, was er seit Beginn der Pandemie tut: wissenschaftliche Fakten negieren. Das Extreme ist Kickls Sache, inklusive „Alleinstellungsmerkmal“. Er wiegelt auf, er spaltet. Unverantwortlich ist das, demokratiepolitisch gefährlich. Ob dieser Strategie, die auch in der Partei nicht allen gefällt, ist nachgerade kurios, dass Kickl meint, seine Truppe könnte Nummer 1 bei der Wahl werden, hernach den Kanzler stellen. Mit seinen teils jenseitigen Positionen erreicht er eine Kerngruppe, massentauglich sind sie nicht. Abgesehen davon dürfte der FPÖ-Chef keinen Koalitionspartner finden. Sich derart programmatisch zu verbiegen, um mit ihm handelseins zu werden, könnte sich wohl selbst die ÖVP nicht mehr politisch leisten. Noch dazu für einen, den sie unter Sebastian Kurz aus dem Ministeramt geschmissen hat, der nach Rache dürstet. Sofern Machterhalt nicht stärker ist als alles andere.

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