Wien, Innsbruck (OTS) Es sei schwer, gutes Personal zu finden. So wird, gemünzt auf Klagen Adeliger, was das Gesinde anlangt, gescherzt. In der Politik ist es tatsächlich so. Immer weniger Leute wollen in dieses Metier. Nicht einmal in oberste Ämter: Trotz hohen Ministersalärs ist in der Privatwirtschaft in Führungspositionen oft mehr zu lukrieren. Parteipolitische Punzierung und öffentlicher Fokus schrecken Topleute ab. Vor allem während einer Legislaturperiode – mit einer schlecht beleumundeten Koalition. Und so treibt es auch immer wieder Eitle auf Posten, für die sie nicht befähigt sind. Unter ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz kam dazu, dass fachlich formidable und eigenständige Leute nicht erwünscht waren, bedingungslose Loyalität zu ihm war das Anforderungsprofil. In „normalen“ Zeiten lassen sich Schwächen übertünchen, in Krisen – Corona-Pandemie und Krieg Putins gegen die Ukraine – mit all den Folgen gelingt das nicht. Da sind die Besten gefragt. Erbpachten, wie einst das Sozialressort für einen Gewerkschafter bei der SPÖ, Bünde- und Länder-„Logik“ wie bei der ÖVP, gehen da erst recht nicht an. Menschen aus diesen Reihen zu Ressortverantwortlichen zu machen, wie das Kanzler Karl Nehammer jetzt getan hat, ist per se nicht verwerflich. Das ist es aber dann, wenn es an Sachkundigkeit und Polit-Know-how mangelt – und wenn es, etwa im Falle der Landwirtschaft, nur darum geht, eine Klientel zu bedienen. Nicht das Wohl der eigenen Partei darf Maßstab des Handelns sein, sondern das aller. Viel Wehe kommt auf viele zu.

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