Innsbruck (OTS) Die Schulen sollen offen bleiben. Das ist das Credo von ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann. Das war es auch nach dem ersten Lockdown – im Hinblick auf den Herbst. Faßmanns Ansinnen war gut und richtig, die Vorbereitung auf die zweite Corona-„Welle“ war es nicht. Obwohl viel Zeit dafür gewesen wäre. Ausweichquartiere für Klassen – in Container oder leerstehende Veranstaltungsräume – wurden nicht organisiert, FFP-2-Masken für die Pädagogen ebenfalls nicht. In Schulbussen war es zuletzt oft wie in Sardinendosen. In etlichen Konferenzzimmern ist es nach wie vor wie in einer Legebatterie; NMS zu tragen war nicht verpflichtend. Manche Pädagogen lüfteten während der gesamten Unterrichtsstunde, um sich und die Schüler nicht zu gefährden. Wer ob dessen hustete und rotzte, galt als potenzieller Corona-Fall. Statt alles zu tun, um Infektionen in den Bildungsstätten hintanzuhalten, wurde beschwichtigt.
Immer wieder hieß es, dass die Schulen sichere Orte seien. Eine von Faßmann gestern aufgebotene Virologin befindet das noch immer. Für jene mit Kindern unter 14 Jahren mag das stimmen, für die Oberstufen nicht. Immer wieder gibt es in solchen Cluster. In einem Gymnasium in Oberösterreich haben 16-Jährige Klassenlehrer angesteckt, diese viele ihrer Kollegen. Mit Corona-Testungen statt Wissenstests waren sie beschäftigt. Quasi über Nacht ist wieder Fernunterricht verordnet worden. Selbst für diesen ist man nicht allerorts gerüstet. Wenn es an Endgeräten fehle, sage er abermals zu, welche bereitzustellen, sagt Faßmann. Warum ist das nicht längst geschehen? Und ist die Empfehlung, im Freien zu unterrichten, ernstgemeint – angesichts des bevorstehenden Winters? Von Lernenden wird zu Recht erwartet, dass sie ihre Hausaufgaben zeitgerecht und ordentlich machen. Just jene, die für die Bildungspolitik verantwortlich sind, haben das nicht getan. Vor allem zu Lasten der Schüler, die sich schon vor der Pandemie schwergetan haben, mitzuhalten.

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