Innsbruck (OTS) Von Karin Leitner
Ja, es war eine Ausnahmesituation Montagabend in der österreichischen Hauptstadt. In einer solchen haben Medienvertreter eine essenzielle Rolle. Zu berichten, was ist, was mit Fakten belegt ist, Verunsicherte, Verängstigte nicht noch mehr zu verunsichern und zu ängstigen, keine Gerüchte zu transportieren, ist deren Job. Intolerabel ist Sensationsheischerei, Breaking-News-Geschrei, Voyeurismus bedienend, hoffend auf Quote.
Österreichs Fox News, oe24.tv, hat dahingehend den Tiefpunkt erreicht. Auch die Krone und Servus TV haben Videos von den Geschehnissen in der Wiener Innenstadt unter die Leute gebracht. Selbst der Chefredakteur der Stadtzeitung Falter war dabei bei dieser unverantwortlichen Wichtigtuerei. Journalisten machen sich auf diese Weise zu Gehilfen von Terroristen, apportieren ihnen bei der Verbreitung ihres verabscheuungswürdigen Tuns. Mehr als 700 Beschwerden gibt es beim Presserat ob des Verhaltens der Boulevardblätter. Das ist gut. Ebenso, dass etliche Unternehmen reagieren – und in deren Produkten vorerst nicht mehr inserieren. Einmal mehr zeigt sich der Wert seriöser Medien wie der Tiroler Tageszeitung und des ORF, der seinem öffentlichen Auftrag Ehre gemacht hat. Diese wie jener halten sich an die ethischen Regeln des Journalismus. Das hat seinen Preis. Spätestens jetzt sollten Politiker aller Couleur ihr Verhalten reflektieren. Wollen sie weiterhin mit Steuergeld unseriöse Berichterstattung mit­finanzieren? Und wollen sie weiterhin mit Vorliebe in den Fernsehstudios derer sitzen, die solche fabrizieren?

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