Innsbruck (OTS) Aus den Trümmern des Krieges in Syrien wird kein Frieden wachsen können. Es ist der ewige Konflikt, es ist der Hass, mit dem sich die involvierten Kriegsherren im und um das Land herum an der Macht halten. Und daran wollen sie nichts ändern.

Es ist ein Krieg der Bilder, ein Krieg der Vertuschungen, ein Krieg der Falschmeldungen, ein Krieg der Propaganda, ein Krieg der Verwirrungen, ein Krieg geostrategischer Interessen und Verwicklungen. Und es ist ein äußerst blutiger Krieg, in dem Millionen Syrer geopfert wurden und werden. Ein Krieg, in dem die Menschlichkeit zu Grabe getragen wurde und die Kriegsherren sich in Heuchelei überbieten. So auch beim mutmaßlichen Giftgasangriff des Regimes von Präsident Bashar al-Assad Anfang April in der früheren Rebellenhochburg Duma bei Damaskus. Sicher, Assad und seinen Schlächtern ist vieles zuzutrauen, man erinnere sich nur an die Rückeroberung Aleppos. Auch für Assads Helfer, Russland und den Iran, zählen in erster Linie geostrategische Interessen. Russland hat den Krieg gedreht, als Assad bereits am Boden lag, und hat nun einen Fuß im Nahen Osten – einer Region, in der es zuvor abgemeldet war. Und der Iran kämpft im Wettstreit mit Saudi-Arabien und unter heftiger Gegenwehr Israels um Einfluss in der Region.
Kinder mit Schaum vor dem Mund mussten nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in den zerbombten Häuserfluchten Dumas behandelt werden. Und die Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich erklärten daraufhin der Welt, handeln zu müssen. Eine rote Linie sei überschritten worden. Es folgten ein Krieg der Worte mit Russland, Drohgebärden auf beiden Seiten und schließlich – vor einer Woche – die Luftschläge auf Ziele des Regimes in Syrien.
Es waren Angriffe, welche die Entschlossenheit des Westens untermauern sollten. Mit den abgefeuerten Marschflugkörpern wollte sich der Westen wieder zurückmelden, im grausamen Spiel um Macht und Interessen in Syrien und im gesamten Nahen Osten. Und der Verdacht kommt auf, dass die vielen getöteten Kinder dabei nicht einmal eine Nebenrolle gespielt haben. Übrigens: Die aus Ost-Ghouta vertriebenen Rebellen sind alles andere als moderate Gruppen, sondern von den arabischen Assad-Gegnern hochgerüstete Brutalo-Islamisten, die ihre Opfer in Käfigen zur Schau stellten. Nun, nach der Demonstration der Stärke mit Raketen, wird von einer neuen Offensive der Diplomatie gesprochen. Doch aus den Trümmern des Krieges in Syrien kann kein Frieden wachsen. Warum? Weil die Herrscher in und um Syrien herum sich ganz dem Krieg und dem Kriegsgeschrei verschrieben haben. Um an der Macht zu bleiben. Ohne Krieg wären all die Hardliner längst Geschichte. Um an der Macht zu bleiben, gehen sie über Leichen. Frieden können sie da nicht brauchen.

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