Innsbruck (OTS) Die aktuell für die allermeisten so belastende Teuerung ist in manchen Bereichen nicht allein durch höhere Kosten erklärbar. Und zu einem Teil ist der massive Kostenschub in der EU und Österreich auch hausgemacht.

Die Teuerungswelle rollt weiter und trifft alle, ganz besonders aber Alleinerzieherinnen sowie Bezieherinnen und Bezieher kleiner Einkommen und Pensionen. Vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs war die auch durch die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) angeheizte Teuerung lange kleingeredet bzw. noch zum bald vergehenden Kurzzeit-Effekt erklärt worden.
Wie man sich da doch leider getäuscht hat: Mit zuletzt schon 9,2 Prozent ist die Inflationsrate in Österreich so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Nach der Corona-Krise mit ihren Lockdowns und Einschränkungen sind die Staaten in Sachen Teuerung sowie den außer Rand und Band geratenen Energiemärkten weiter im absoluten Krisenmodus. Nach den etwa 50 Mrd. Euro an Corona-Hilfen hat Österreich bisher bereits Pakete von fast 33 Mrd. Euro zur Abfederung der Teuerungs-Krise beschlossen bzw. auf den Weg gebracht. Viele Menschen haben aber bisher trotzdem nicht das Gefühl, dass die Teuerung so ausreichend abgefedert werden konnte.
Beim Fünf-Länder-Treffen der Finanzminister von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg betonte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP), dass Österreich wie schon bei Corona mit bislang 2,3 Prozent des BIP am meis­ten an Anti-Teuerungs-Hilfen fixiert habe. Allerdings liegt Österreich im Vergleich der fünf Länder aktuell auch an der Teuerungs-Spitze. Deutschland hatte jüngst 7,9 Prozent, Luxemburg 6,7 Prozent, hingegen die Nicht-Euro-Länder Schweiz und Liechtenstein „nur“ 3,4 bzw. 2,5 Prozent.
Das beweist klar, dass das Fluten der Märkte durch die EZB nicht nur eine stille Enteignung der Sparer zugunsten hochverschuldeter Staaten gebracht hat, sondern eine Schwächung des Euro und damit einen zusätzlichen Inflations-Anheizer. Das allein schon, weil wegen des schwachen Euro der Import vieler Waren, allen voran der Energie, noch teurer wurde und wird.
Auch schon vor den jüngsten Krisen hatte Österreich seit Jahren etwa in Vergleich mit Deutschland höhere Teuerungsraten – was auf teilweise mangelnden Wettbewerb hindeutet, und das nicht nur in der gestern von den Wettbewerbshütern erneut kritisierten Mineralölbranche. Im Zuge der allgemeinen Teuerungswelle gibt es in verschiedenen Branchen allem Anschein nach auch viele, die das ihrerseits für kräftige Preiserhöhungen jenseits der Kostensteigerungen etwa für Energie, Einkauf oder Personal nutzen. All dies erhöht aktuell die Gefahr einer sich noch verstärkenden Lohn-Preis-Spirale. Und eine solche hilft niemandem, sondern wäre ganz im Gegenteil extrem schädlich.

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