Innsbruck (OTS) Auch Deutschland diskutiert über die weitere Vorgangsweise bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Eine Testpflicht für Reiserückkehrer – ausgenommen Geimpfte – könnte gegenseitige Grenzschließungen verhindern.

Während sich die österreichische Bundesregierung angesichts der nach wie vor steigenden Infektionszahlen (noch) in wohltuender Zurückhaltung übt, ist im Nachbarland Deutschland eine heftige Debatte rund um die weitere Vorgangsweise bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie entbrannt. Einerseits geht es um die spannende Frage, ob Geimpften künftig mehr erlaubt sein soll als Nichtgeimpften, andererseits steht plötzlich das Inzidenz-Dogma des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Diskussion. RKI-Chef Lothar Wieler warnte gestern die Chefs der deutschen Länder-Staatskanzleien und Kanzleramtsminister Helga Braun vor einer vierten Welle und machte gleichzeitig klar, dass für ihn die Inzidenz Leitindikator für die Infektionsdynamik sei. In seinem „düsteren Corona-Lagebericht“ (© ntv) geht das RKI mit keinem Wort darauf ein, dass hohe Infektionsraten bei den jüngeren Altersgruppen weniger dramatische Konsequenzen haben als bei den zum Großteil vollimmunisierten älteren Generationen. Wielers „Panik-Papier“ (© Bild) blendet auch die sinkenden Fallzahlen in England und den Niederlanden aus. Sein Festhalten an der Niedrig-Inzidenz-Strategie dürfte, wenn auch noch nicht direkt ausgesprochen, mit der Rücknahme von Lockerungsschritten verbunden sein.
Österreich will einen anderen Weg beschreiten. Die Regierung richtet ihre Corona-Maßnahmen nicht mehr an der Inzidenz, sondern an der Belegung der Spitals- und Intensivbetten aus. Ein notwendiger Paradigmenwechsel: Bisher wurden Einschränkungen der persönlichen Freiheit immer mit der drohenden Überlastung des Gesundheitssystems gerechtfertigt. Ist diese Gefahr gebannt, sind Lockerungen nur folgerichtig.
Ob diese Richtungsänderung aufgeht, hängt auch von Deutschland ab. Dort geht die Tendenz vieler Politiker zwar in dieselbe Richtung, eine Entscheidung aber steht noch aus. Und solange die nicht fällt, hängt das RKI-Urteil Risiko- oder gar Virusvariantengebiet wie ein Damoklesschwert über den Tourismusregionen.
Ein Ausweg aus der Inzidenzspirale ist die seit gestern in Deutschland diskutierte Regelung, dass bei Rückkehr aus dem Urlaub unabhängig vom Verkehrsmittel ein negativer Corona-Test vorgelegt werden muss. Das könnte gegenseitige Grenzschließungen, die im Winter und Frühjahr den Tourismus in ganz Europa lahmlegten, verhindern. Außerdem würde sich die Testpflicht für Reiserückkehrer auf lange Sicht positiv auf die Impfbereitschaft auswirken. Geimpfte sollen nämlich von der Testpflicht ausgenommen werden.

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