„In der Wahrnehmung bleibt einmal mehr: das rot-geführte Wien gegen die ÖVP-geführte Bundesregierung.“

Innsbruck (OTS) Gerade in Krisenzeiten wie diesen sollte parteipolitisches Kalkül hintangehalten werden. Es widert noch mehr an als davor.

Das gewohnte innenpolitische Geschäft: Ist eine Partei in der Bredouille, versuchen deren Widersacher davon zu profitieren. In Normalzeiten ein normaler Vorgang. Mit den Normalzeiten ist es vorbei. Die Pandemie, Russlands Krieg gegen die Ukraine und dessen Folgen – Teuerung von Energie bis zu Lebensmitteln – fordern Koalitionäre und Bürger. Und selbst da: verbales Hickhack von Regierenden und Oppositionellen wie gehabt. Exemplarisch die Causa Wien Energie. Ein komplexes Thema, bei dem die Wenigsten inhaltlich firm sind.
Die SPÖ Wien hat mit ihrer nicht rechtzeitigen Kommunikation und Erklärung der Lage die Deutungshoheit der Polit-Konkurrenz überlassen, damit Anmerkungen der Bundespartei, die türkis-grün Regierenden täten zu wenig gegen finanziell Dramatisches, konterkariert.
In der Wahrnehmung bleibt einmal mehr: das rot-geführte Wien gegen die ÖVP-geführte Regierung. Die Türkisen hoffen, mit der Strom-Causa von den Korruptionsvorwürfen gegen sie und den nun weiteren publizierten Chats zu Sebastian Kurz’ Putsch gegen die damalige rot-schwarz-geführte Regierung abzulenken. Die Roten gerieren sich als Opfer von ÖVP-Kanzler Karl Nehammer & Co. Merken diese wie jene nicht, dass das tägliche Geplänkel Wählerinnen und Wähler noch mehr anwidert als davor?
I had a dream: Der Wiener Bürgermeister und die im Bund Verantwortlichen hätten gemeinsam öffentlich erklärt, dass es ein Problem gibt, das aber gemeinsam behoben würde – weil es nicht um Parteipolitik, sondern um das Wohl der hier Lebenden gehe. Ja, das mag naiv klingen. Derlei Zusammenarbeit sollte aber normal sein, zumindest in nicht normalen Zeiten wie diesen.

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