Ausgabe vom 16. August 2017

Innsbruck (OTS) Nationalratswahl, Olympia-Volksabstimmung, Landtags- und Innsbrucker Gemeinderatswahl: Für Tirols Parteien beginnt ein Permanent-Wahlkampf, in der ÖVP auch ein interner. Und für einige Parteichefs geht es ums politische Überleben.

Drei Wahlen und die Olympia-Volksabstimmung in den nächsten acht Monaten werden die Tiroler Parteilandschaft fordern. Wobei die Nationalratswahl am 15. Oktober für die Landtagswahl im Februar richtungsweisend sein wird, die gleichzeitig stattfindende Olympia-Volksbefragung möglicherweise Erschütterungen bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl auslösen könnte. Vor allem, wenn sie in der Landeshauptstadt negativ ausgeht. Daran dürfte mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer eine der maßgeblichen Olympia-Befürworterinnen dann wohl auch an der Wahlurne im April gemessen werden.
Obwohl mit viel neuem Kurz-Optimismus ausgestattet, hat die Tiroler Volkspartei im Vorfeld ihrer Kandidatenreihung für die Nationalratswahl bewiesen, dass sie nach wie vor alt und neu verwechselt. In bewährter Trotzkopf-Manier haben zuerst Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl und danach in beliebiger Reihenfolge Bauern, Arbeitnehmer und Junge Volkspartei wieder die bündischen Strickmuster hinter der Kurz-Fassade hervorgeholt. Neu war da nichts, vieles altbekannt. Wobei mittlerweile bereits ein Spruch in der Partei die Runde macht: Vor der Bevölkerung müsse sich die Tiroler ÖVP nicht fürchten, sondern lediglich vor den eigenen Funktionären. Und dabei hat der Vorzugsstimmen-Wahlkampf noch nicht einmal richtig angefangen.
Für die Tiroler SPÖ, die FPÖ und die Grünen steht bei der Nationalratswahl noch viel mehr auf dem Spiel. SPÖ-Parteiobfrau Elisabeth Blanik benötigt dringend Rückenwind für die Landtagswahl. Ansonsten wäre sie kaum ein Jahr im Amt schon wieder angezählt. Wie Grünen-Chefin Ingrid Felipe den gordischen Knoten löst, erscheint noch rätselhaft. Schließlich droht den Grünen bei der Nationalratswahl eine bittere Niederlage. Von einer Trendwende sind sie und Ulrike Lunacek noch weit entfernt, außerdem sitzt der Ökopartei Peter Pilz im Nacken. Damit wäre Felipe als grüne Spitzenkandidatin in Tirol ebenfalls angeschlagen. Keine besonders rosige Perspektive für den Urnengang im Land, wo man unbedingt mit der ÖVP weiterregieren möchte.
Die Freiheitlichen wiederum gewinnen und verlieren im Bundessog. Derzeit murrt selbst die Tiroler Parteibasis über die ungewohnte Passivität von Zugpferd HC Strache. Schlussendlich drängen die Blauen nach der Landtagswahl in die Landesregierung. Und die NEOS? Bei ihnen ist es noch eklatanter als bei der FPÖ. Scheitern die NEOS mit dem Wiedereinzug in den Nationalrat, hat es sich in Tirol wohl ebenfalls ausgepinkt.

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