In vielen heimischen Firmen scheint die Sozialpartnerschaft aus Chefs und Mitarbeitern zu funktionieren.

Innsbruck (OTS) Das heftig umstrittene neue Arbeitszeitgesetz ist seit fünf Monaten in Kraft – und brachte weit weniger Verstöße, als die Kritiker vorausgesagt hatten.

Mit September hatte die türkis-blaue Bundesregierung die flexibleren Arbeitszeiten durchgepeitscht – im parlamentarischen Eilverfahren, begleitet von Applaus der Wirtschaft sowie heftiger Kritik der Opposition, allen voran die SPÖ, sowie der Gewerkschaften und Arbeiterkammern, die gegen den als Schreckgespenst bekämpften „12-Stunden-Tag“ und die „60-Stunden-Woche“ (beides ist im Bedarfsfall rechtlich erleichtert worden) mobil machten. Die Änderungen trafen auch auf massive Skepsis der Bevölkerung. So gab es auch in der TT-Silvesterumfrage eine Mehrheit gegen die Arbeitszeit-Reform.
Vorausgesagt wurde der Regierung ein heißer Herbst. Bei den Herbstlohnrunden flogen zwar die Funken und es kam auch zu Protesten und Warnstreiks, der ganz große Knatsch blieb aber aus. Und die Sozialpartner machten endlich das, woran sie zuvor jahrelang grandios gescheitert waren – sie vereinbarten entsprechende Abgeltungen für die Beschäftigten für die nun politisch ermöglichte Flexibilisierung. Laut Sozialministerium gab es in diesen fünf Monaten in Österreich gerade einmal vier Beschwerden wegen Übertretung der Arbeitszeit und weitere drei wegen der Nichtbeachtung der gesetzlich garantierten Freiwilligkeit. Nach ganz großer Katastrophe, die wiederholt an die Wand gemalt wurde, klingt das nicht – auch wenn natürlich längst nicht alle Einzelfälle tatsächlich beim Ministerium landen werden. In Zeiten eines beinharten internationalen Wettbewerbs und einer derzeit nicht minder schwierigen Suche nach guten Mitarbeitern scheinen aber die meisten Chefs und Beschäftigten innerhalb des neuen Gesetzes und der Kollektivverträge einen gangbaren Weg gefunden zu haben.

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