Ausgabe vom Mittwoch, 3. Dezember 2020

Innsbruck (OTS) Ein nochmaliges Scheitern im Kampf gegen das Coronavirus kann und will sich niemand leisten: nicht die Regierung, und schon gar nicht die Bevölkerung. Umso wichtiger ist, dass die Infektionszahlen jetzt rasch drastisch sinken.

Die Situation hat etwas Surreales. In Tirol schneit es, in Osttirol ist sogar sehr viel Schnee zu erwarten, die Pisten sind in den meisten Skigebieten bereits fertig präpariert, aber die Lifte stehen still. Bis auf einige Spitzensportler, denen in ausgewählten Gebieten die Liftbenützung erlaubt ist, sind alle anderen Wintersportler zum Nichtstun verurteilt. Selbst Tourengeher sind angehalten, derzeit auf ihr Hobby zu verzichten, weil im Falle eines schweren Unfalls die Gefahr besteht, das Gesundheitssystem zu überfordern oder nicht adäquat versorgt zu werden. Wir erleben gerade einen Winter, wie wir ihn uns nie vorzustellen gewagt hätten.
In dieses Gesamtbild passt die österreichische Bundesregierung, die seit einem Dreivierteljahr die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in unterschiedlicher Intensität und zeitlichen Abständen verschärft oder lockert. Die Wirkung ist – leider – enden wollend: Die für viel zu viele Menschen tödliche Krankheit verbreitet sich unaufhaltsam weiter. In Tirol, in Österreich, in Europa – überall. Lediglich die Hoffnung, dass Impfstoffe möglichst bald zumindest ein Leben mit dem Virus ermöglichen, gibt Anlass zu bedingtem Optimismus.
Eben weil die Gefahr noch lange nicht gebannt ist, sind die gestern präsentierten Lockerungen mehr als ein „Balanceakt“, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz es formulierte. Funktioniert der Plan der Bundesregierung nicht, landen wir schneller, als uns allen lieb ist, im dritten Lockdown. Was das für all jene bedeutet, die den ersten und zweiten Stillstand des Lebens gerade noch überstanden haben, mag sich jeder selber ausmalen. Selbst wenn Kurz gestern eine neuerliche Verschärfung der Maßnahmen nicht dezidiert ausschloss: Ein nochmaliges Scheitern im Kampf gegen das Coronavirus kann und will sich niemand leisten. Nicht die Regierung, und schon gar nicht die Bevölkerung.
Umso wichtiger ist, dass die Infektionszahlen rasch und drastisch sinken. Nur so ist eine Rückkehr zu einem halbwegs normalen Leben möglich. Dafür wird es notwendig sein, dass wir uns strikter als bisher an die Corona-Regeln halten. Auch die Regierung hat noch Luft nach oben, vor allem wenn es um den Schutz der besonders gefährdeten Gruppen geht.
Es steht viel auf dem Spiel. Unsere Gesundheit, unsere Arbeitsplätze, ja der Fortbestand des bisher gut funktionierenden sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Systems in seiner Gesamtheit. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.

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