Innsbruck (OTS) Am Montag beginnt im Osten Österreichs wieder der Unterricht. Wie hoch die Impfquote beim Bildungspersonal ist, weiß man nicht genau. Eine Zumutung für alle, die sich um ihre Kinder sorgen.

Ungeimpfte Personen halten sich stundenlang mit wenig Abstand und ohne Maske in stickigen Innenräumen auf. Nach fast zwei Jahren im Pandemiemodus wissen wir: Das ist das schlechtestmögliche Setting. Für die unter 12-Jährigen in Schulen und Kindergärten, die noch nicht impfbar sind, ist dieses Szenario aber bald wieder Standard. Kein Wunder, dass viele Erziehungsberechtigte schlecht schlafen, wenn sie an den Schulbeginn denken und daran, dass ihre Kinder vielleicht der Durchseuchung preisgegeben werden – ausgeklügeltes Testmanagement hin oder her. Die Sorge um die Gesundheit des Nachwuchses dürfte ein Grund dafür sein, dass es heuer so viele Schulabmeldungen gibt. Wer die Zeit bis zur schützenden Impfung für sein Kind lieber freiwillig mit häuslichem Unterricht überbrücken – und nicht auf die nächste Distance-Learning-Phase warten – will, kann das relativ leicht tun. Denn in Österreich gilt nicht eine Schul-, sondern eine Unterrichtspflicht, äußerst großzügig ausgelegte Qualitätsstandards inklusive.
Freilich wird es auch „Querdenker“-Eltern geben, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken, weil sie von regelmäßigen Tests, Maskenpflicht am Gang und niederschwelligem Impfangebot für die über 12-Jährigen nichts halten. Genau weiß man es nicht, denn zur Motivation für die Schulabmeldungen gibt es bisher überhaupt keine validen Daten.
Überhaupt ist das mit den Daten so eine Sache hierzulande: Wie hoch der Anteil der geimpften PädagogInnen in den Schulen und Kindergärten ist, weiß niemand genau. Nach wie vor gibt es nur Schätzungen und die liegen weit unter den für die Gesamtgesellschaft angestrebten 80 Prozent, die es für die Pandemiebekämpfung in Zeiten von Delta braucht. Schlimm genug, dass sich Personen, die in hochsensiblen Bereichen wie Gesundheit, Pflege und Bildung arbeiten, der Impfung relativ folgenlos verweigern können. Peinlich ist zusätzlich, dass es dazu keine gesicherten Zahlen gibt. Diese könnten die Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen bilden.
In Deutschland – und da steht in drei Wochen die Bundestagswahl am Plan – hat sich die große Koalition auf eine pragmatische Lösung geeinigt: Arbeitgeber können von Beschäftigten in Kindergärten, Schulen und Pflegeheimen künftig Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen. Das sollte auch in Österreich das absolute Minimum sein. Im nächsten Schritt ist muss man darüber diskutieren, ob Kindern ungeimpftes/ungenesenes Personal zugemutet werden kann.

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