Innsbruck (OTS) Dass weniger der Klimaschutz als vielmehr deutsche Autokonzerne mit ihren Tricks dem Diesel den Garaus machen, ist
eine Ironie der Geschichte.

Für fossile Treibstoffe, vor allem den Diesel, wird es immer enger. Die Autoindustrie steht vor einer Revolution, die sie jahrelang verhindern wollte.

Großbritannien hat ein Verbot von neuen Diesel- und Benzinautos ab 2040 bereits angekündigt, eine ganze Reihe weiterer Staaten, von Frankreich bis Indien, will es den Briten gleichtun oder den Schlussstrich sogar noch viel früher setzen. Auch wenn man die Gültigkeit solcher weit in die Zukunft reichender Polit-Beschlüsse aus verschiedensten Erfahrungen massiv in Zweifel ziehen darf: Das Aus für fossile Treibstoffe scheint endgültig eingeläutet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis viele weitere Länder nachziehen werden. Den Elektroautos und anderen alternativen Antrieben gehört die Zukunft. Viel zu lange hatten die meisten arrivierten Autokonzerne, gerade auch die deutschen, sich heftig dagegen gewehrt. Dass weniger der Klimaschutz, sondern ausgerechnet sie selbst mit dem VW-Abgasskandal und möglicherweise noch weit darüber hinausgehenden Kartellabsprachen vor allem den Diesel-Abgesang massiv beschleunigt haben, wird mehr als nur eine Fußnote der Automobil-Geschichte einnehmen.
„Kein Mensch glaubt mehr an den Diesel“, sagt Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer. Die Verkaufszahlen sinken, Diesel-Gebrauchtwagen drohen herbe Preiseinbußen oder selbst zu Ladenhütern zu werden. Wen wundert’s, ist doch mit strengeren Auflagen und höheren Steuern zu rechnen. Zudem wollen immer mehr Städte temporäre oder unbefristete Fahrverbote erlassen. Immerhin wurden im Vorjahr allein in Deutschland in 80 Städten die Stickoxidgrenzwerte überschritten. VW-Chef Matthias Müller verlangte angesichts dieses immer ungemütlicheren Umfelds Klarstellungen der Politik: Diese wird es im Gegensatz zu den bisherigen laschen und beim Abgasskandal gebrochenen Regeln wohl tatsächlich bald geben. Sie werden aber kaum nach dem Gusto der Autoriesen ausfallen.

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