Innsbruck (OTS) Russlands brutaler Angriffskrieg in der Ukraine geht unvermindert weiter, der Westen dreht deshalb die Sanktionsspirale noch höher. Das geplante Öl-Embargo war absehbar, kommt aber auch uns alle teuer.

Seit fast zweieinhalb Monaten tobt der von Wladimir Putin angeordnete Krieg in der Ukraine, das Morden und Zerstören in der Ukraine hat unvorstellbare Ausmaße erreicht. Der vom Kreml wohl geplante Blitzsieg samt Unterwerfung und Machtwechsel in Kiew blieb aus, gerade auch weil die angegriffene Ukraine massiven Widerstand leistet.
Nur die Allerwenigsten haben sich eine derartige Eskalation der Gewalt in Europa vorstellen können – noch dazu aus höchst fragwürdigen Machtansprüchen. Vieles an Gegenreaktionen aus dem Westen hat Putin bei seinem Angriff wohl einkalkuliert gehabt, wohl aber nicht in diesem Ausmaß die durch ihn selbst ausgelöste Einigung des Westens. Die von den USA und der EU verhängten Sanktionen sind massiv und treffen die Wirtschaft und vor allem auch Bevölkerung Russlands, die Putin mit seiner Aggression quasi in Geiselhaft genommen hat, stark.
Russlands Haupt-Exportartikel ist Energie. Bis zu 1 Mrd. Euro täglich überweisen allein die EU-Länder dafür an Russland – und damit auch in Putins Kriegskasse. Diese größte Einnahmequelle braucht Moskau, wegen der hohen Abhängigkeit aber gleichzeitig auch die meisten EU-Länder. Gerade weil hier ein Ausfall beiden Seiten extrem weh tun würde, war dies zunächst auch ausgeklammert. Weder drehte Putin den Lieferhahn zu, noch stoppte der Westen seine Bestellungen. Nach Kohle will die EU jetzt aber auch ein, wenn auch nicht sofort kommendes, Öl-Embargo (und dazu pochen einige osteuropäische Länder auf weitere Ausnahmen) gegen Russland durchsetzen. Beim Gas (hier hat Österreich mit 80 Prozent den allerhöchsten Anteil) würden noch weit massivere Verwerfungen in der heimischen Wirtschaft drohen, wenn auch der Bezug von der EU oder Russland gestoppt würde. Das ist aber momentan kein Thema.
Dass die Wirtschaftskammer und die FPÖ, die beide (wie im Übrigen auch viele aus ÖVP und SPÖ) in der Vergangenheit sehr Putin-freundlich agiert und die jetzige Abhängigkeit mitverursacht haben, jetzt auf die Grünen losgehen bzw. ein Veto gegen das Öl-Embargo fordern, ist die eine Sache.
Die andere sind noch weiter steigende Preise. Die auf langjährige Rekordhöhen von zuletzt über 7 Prozent gestiegene Inflation trifft alle, am härtesten aber Wenigverdiener, die schon bisher kaum das Auslangen gefunden haben. Milliarden verlieren aber auch all jene, die Geld auf Sparkonten liegen haben. Die Nullzinsen sorgen für eine stille Enteignung. Ganz generell steht auch durch den neuen Konflikt und seine Folgen in den nächsten Jahren der Wohlstand auf dem Spiel – aber auch der Frieden und die Freiheitsrechte.

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