Innsbruck (OTS) Von der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin bis zum Automobil-Salon in Genf: Mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit waren großes Thema. Die Vorgaben dazu müssten aber verstärkt von der Politik kommen.
Der Klimawandel und seine von Experten vorausgesagten drohenden Folgen werden mittlerweile selbst von US-Präsident Donald Trump nicht mehr so stark angezweifelt (wenn er auch die durch die Menschen verursachte Emission von Treibhausgasen nicht als Ursache sieht). Das Umweltbewusstsein der Bevölkerung und der Wirtschaft steigt jedenfalls in vielen Ländern an.
Das war diese Woche auch bei zwei großen europäischen Branchenmessen zu beobachten: Die Autoindustrie arbeitet, beschleunigt durch Imageverlust, Diesel-Aussperrungen in Städten und langfristig drohenden Verkaufsverboten, massiv an Alternativen. Bereits jetzt gibt es eine immer breiter werdende Offensive bei Elektroautos. Wohin die Reise auch angesichts verschiedener ungelöster Fragen (etwa der kompletten Umweltbilanz bis hin zur Herkunft des Stroms) dann tatsächlich gehen wird, muss sich erst weisen.
Klar ist trotzdem: Der Verkehr, und nicht nur der Pkw-Verkehr, muss ökologischer werden. Das gilt freilich neben dem Lkw- auch für den Schiffsverkehr und die Luftfahrt. Kostenwahrheit, auch was die Umwelt-Folgekosten betrifft, gibt es bei Weitem nicht. Die Umweltbelastungen des Schiffsfrachtverkehrs sind immens, trotzdem gibt es im Schiffsverkehr oder für Flugkerosin bisher kaum oder gar keine Steuern.
Die Nachhaltigkeitsfrage trifft auch den Tourismus, wie auf der ITB intensiv diskutiert wurde. Der ökologische Fußabdruck von Reisen muss und wird wichtiger werden. Auch in Tirol wird viel über Staus und Verkehrsbelastungen diskutiert. Die schlechteste Öko-Bilanz weisen aber Fernreisen und Kreuzfahrturlaube aus. Genau hinzuschauen gilt es auch bei den großen Online-Versandhändlern und die dadurch ausgelöste Transportflut, weil die Mehrzahl der Pakete zurückgeschickt wird – und sich das Spiel dann oft weiter wiederholt.
Um Umweltschutz und Ressourcen geht es auch ganz stark bei der Verpackungs­diskussion. Nach dem Wochenend-Einkauf bleibt stets ein Plastikberg zurück. Waren etwa noch vor 20 Jahren rund 80 Prozent der Getränkeverpackungen Mehrwegflaschen, sind es heute nur noch 22 Prozent. Auch hier sind Industrie, Handel und Konsumenten gefragt. Mehr Umweltbewusstsein bei Wirtschaft und Bürgern ist immens wichtig. Alles geht wie in vielen anderen Bereichen auch hier nicht nur mit Freiwilligkeit. Die Politik muss, und das international, möglichst im Gleichklang und auf breiter Front, für ganz klare, verschärfte Regeln oder Verbote sorgen. Und es braucht in verschiedenen Bereichen auch Lenkungseffekte durch entsprechend spürbare Steuern.

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