Mit der Ankündigung verschärfter Grenzkontrollen setzt Bayern Österreich unter Druck. Die Antwort kann nur eine ebenfalls schärfere Grenzüberwachung sein.

Innsbruck (OTS) Bereits seit 2015 kontrolliert die deutsche Polizei die großen Grenzübergänge zu Österreich. Bis jetzt nur stichprobenartig. Jetzt legt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ein Schäuferl nach: Ab dem 15. Dezember werde rund um die Uhr kontrolliert. Eine Hundertschaft der bayerischen Polizei wird zu diesem Zweck nach Kiefersfelden (A 93), Passau (A 3) und Salzburg-Walserberg (A 8) abkommandiert.
Die Folgen für Österreich ganz allgemein und Tirol im Speziellen sind absehbar: Staus im Transit- und Reiseverkehr, und zwar auf der Straße wie auf der Schiene. Tirol findet sich plötzlich in einer Art Sandwich-Position wieder: eingekeilt zwischen Italien, das je länger, je weniger in der Lage ist, die mehr als 200.000 Flüchtlinge im Land daran zu hindern, nach Norden auszuwandern, und Bayern, das die Grenzen abriegelt.
Weil die EU gleichzeitig durch völlige Untätigkeit glänzt, droht Tirol eine zweite Flüchtlingswelle. Um das zu verhindern, wird es notwendig sein, den Grenzraum zu Italien weit stärker als bisher zu überwachen. Bereits jetzt versuchen täglich Dutzende Personen, illegal von Italien über Tirol nach Deutschland zu gelangen. Die wenigsten kommen durch, die meisten werden aufgegriffen, entweder direkt am Brenner, auf der Strecke nach Kufstein oder auf internationalen Güterzügen, die zwischen Verona und München bzw. zwischen dem Brenner und Wörgl verkehren.
Für den Dominoeffekt, den Bayerns Grenzkontrollen auslösen, wurde Österreich im Frühsommer 2016 öffentlich gebrandmarkt. Dabei gibt es in dieser Frage keine Alternative. Ganz abgesehen davon, dass es nicht sein kann, dass es Österreich im Gegensatz zu Deutschland verboten wird, sich wirksam vor illegaler Migration zu schützen.

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