Der Sparkurs der Regierung rächt sich jetzt, wo ein einsatzbereites und allen Aufgaben gewachsenes Bundesheer notwendig ist.

Innsbruck (OTS) Der jahrelange Sparkurs der heimischen Verteidigungsminister rächt sich: Das Bundesheer braucht Rekruten, um seinen Auftrag zu erfüllen. Nur woher nehmen?

Es klingt nicht nur paradox, es ist es auch: Jahrelang haben die Verteidigungsminister Norbert Darabos und Gerald Klug (beide SPÖ) im Auftrag und mit Wissen der von SPÖ und ÖVP gebildeten Bundesregierung nichts unversucht gelassen, um das österreichische Bundesheer an die Wand zu fahren. Jetzt plötzlich soll innerhalb weniger Monate ein neues Heer wie der berühmte Phönix aus der Asche steigen und darüber hinaus völlig neue sicherheitspolitische Aufgaben erfüllen. Eine 180-Grad-Wende also, die ihresgleichen sucht? Nein, in Wahrheit ist der plötzliche Geldregen für das Bundesheer nichts anderes als ein Ausdruck der wehrpolitischen Ahnungslosigkeit dieser Großen Koalition.
Wie auch immer, jetzt also wird wieder aufgerüstet. Generalstabschef Othmar Commenda sucht händeringend nach Rekruten. An die 20.000 statt wie bisher 17.000 werden gebraucht. Pro Jahr.
Rekruten? Da war doch was? Richtig! Fünf Monate nach der Wehrpflicht-Volksbefragung, die bekanntlich mit einem Sieg der Befürworter endete, präsentierten Verteidigungsminister Gerald Klug und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ein 90-seitiges Reformpapier mit 180 Einzelmaßnahmen, die allesamt zu einer Attraktivierung des Wehrdienstes beitragen sollten. Hätte das Duo Klug/Mikl-Leitner sein Papier wirklich umgesetzt und sich nicht nur jene Punkte herausgepickt, die sich als budgetwirksam im Sinne von Einsparungen erwiesen, hätte Commenda jetzt keine Probleme bei der Personalrekrutierung.
Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren einen wehrpolitischen Schleuderkurs eingeschlagen. Das rächt sich jetzt, wo ein jederzeit einsatzbereites und allen Aufgaben gewachsenes Bundesheer notwendiger denn je ist.

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