Änderung der Tourismus-Grundstruktur notwendig, um für den Gast ganzjährig attraktiv zu sein.

Eisenstadt (OTS) Es ist unser Anliegen, die Natur, den Wein und vor allem die Küche unseres Landes in den Fokus der Produktgestaltung zu stellen. „Gerade jetzt wird sichtbar, wie abhängig unsere Betriebe von kulturellen Ereignissen bis dato waren. Das Burgenland hat mehr zu bieten als die Festspiele im Sommer, das müssen wir den Gästen, aber auch den Verantwortlichen im Land klar machen“, betont der Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, KommR Helmut Tury. Konzepte zu einer effektiven Produktgestaltung wurden bereits von Top-Agenturen in gemeinsamen Workshops erstellt. Leider kam es nie zu einer vollständigen Umsetzung. „Wir appellieren auch an die Betriebe, gerade in dieser Zeit ihr Angebot zu überdenken. ´Warum soll der Gast bei mir Urlaub machen? Wo liegen meine Stärken, was kann ich umsetzen?´ Vielen Menschen ist bewusst geworden, wie wertvoll Regionalität ist. Die burgenländischen Organisationen und Betriebe können gemeinsam dazu beitragen, diese Strömung noch weiter zu beflügeln“, ist sich Tury sicher.

Kultur-Tourismus

Die Kultur war immer ein wichtiger Impulsgeber. Vor allem die Großveranstaltungen – beginnend bei Nova Rock, Mörbisch, St. Margarethen bis hin zur Oper im Schloss Tabor – sind Buchungsargumente für unsere Gäste im Burgenland. „Eine Abstimmung der Spieltage und die Verlängerung der Festspielsaison wären wichtige Koordinationsaufgaben der Tourismusorganisationen. Die Absage künftiger Großveranstaltungen aufgrund von Corona ist verständlich. Deshalb ist nun Kreativität gefordert“, so der Spartengeschäftsführer Franz Perner.

Große Bühnen alternativ bespielen

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, alternative Angebote zu schaffen. Die leerstehenden Bühnen könnten innovativ mit vergangenen Produktionen bespielt werden. Ein entsprechendes gastronomisches Rahmenprogramm würde das Angebot abrunden. „Auch die Salzburger Festspiele bieten trotz Corona ein eingeschränktes Programm, das sollte doch auch im Burgenland möglich sein. Ein Konzept wurde dem Land Burgenland vorgelegt, allerdings nicht angenommen“, erklärt dazu Perner.

Touristische Infrastruktur im Land

Der Neusiedlersee und das Radwegenetz sind die aktuell am besten ausgebaute und am meisten genutzte touristische Infrastruktur unseres Landes. Dennoch ist es unabdingbar, dies auch regelmäßig, gut zu pflegen und zu warten. Ein Investitionsrückstau ist erkennbar. Hier muss rasch Abhilfe geschaffen werden. Beispielsweise ist der Zustand der Radwege sanierungsbedürftig, die Routengestaltung bzw. die Beschilderung der Wege sind zu erneuern und auch online zu adaptieren.

Der Wasserstand des Neusiedlersees muss jedenfalls reguliert werden. Die Schlammabsaugung und der Schilfschnitt wurden in den letzten Jahren vernachlässigt. Das muss nachgeholt und in regelmäßigen Intervallen weitergeführt werden. Gerade jetzt wäre es eine Möglichkeit, dadurch Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig eine attraktive Infrastruktur im Seebereich zu erreichen. Die Zuleitung über die Donau wurde schon vor Jahren angedacht. „Es ist fünf vor zwölf. Es braucht eine Lösung und eine rasche Umsetzung. Die Folgen eines schwindenden Wasserstandes sind nicht nur für Tourismus und Freizeitwirtschaft verheerend“, warnt Perner. Auch die Zulieferindustrie dieser Branche würde einen massiven Einschnitt spüren – sei es die Landwirtschaft oder Gewerbe und Handwerk. Alle Adaptierungen müssen natürlich unter Einhaltung der Umweltschutz- und UNESCO-Weltkulturerbe-Vorgaben durchgeführt werden.

„Sichere Gastfreundschaft“: CoVid19-Testangebot

Anfang Juli hat die österreichweite Ausrollung der Testinitiative „Sichere Gastfreundschaft“ gestartet. Mitarbeiter von gewerblichen Beherbergungsbetrieben sowie Inhaber können sich regelmäßig auf den Erreger SARS-CoV-2 kostenlos testen lassen. „Damit gehören wir zu den internationalen Vorreitern und zu den sichersten Urlaubsländern der Welt. Ein klarer Wettbewerbsvorteil für das Tourismusland Österreich“, so Tury. Dieses Angebot ist sehr wichtig und positiv, weil es oft sehr unklar ist, woher Infektionen stammen. Ein Betrieb gewinnt jedenfalls Zeit, sofern ein Mitarbeiter positiv getestet wurde und beispielsweise asymptomatisch ist. Schnelle Reaktion ermöglicht weniger negative Auswirkungen auf den Betrieb. In manchen Regionen Österreichs funktioniert der Ablauf schon sehr gut, in manchen Regionen ist es doch noch eine große Herausforderung. Es ist ein Lernprozess für alle und braucht etwas Zeit.

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