Am 23. März um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder weg:
Eichhörnchen, die quirligen Baumtänzer unserer Wälder, sichtbar und unsichtbar zugleich. Wer freut sich nicht, sie zu beobachten? Und was wäre der Wald, was wären viele Kinderbücher ohne die herzigen, manchmal auch frechen Eichkätzchen? Für die „Universum“-Dokumentation „Geheimnisvolle Eichhörnchen“, die ORF 2 zum Abschluss des Programmschwerpunkts zum Internationalen Tag des Waldes (21. März) am Dienstag, dem 23. März 2021, um 20.15 Uhr in ORF 2 zeigt, haben sich Regisseur Franz Fuchs und die Produktionsfirma dreiD.at (Produzent:
Lukas Kogler) auf die Suche nach dem verborgenen Leben der Eichhörnchen gemacht. Den Kamerateams um Hubert Doppler und Johannes Pötscher hat sich dabei eine Reihe von kniffligen Aufgaben gestellt. Denn Eichkätzchen sind unberechenbare Wildtiere, deren Verhalten bei Weitem noch nicht vollkommen dokumentiert ist. Der Film entstand als Koproduktion von ORF, ARTE und NDR-Naturfilm/doclights in Zusammenarbeit mit Cinestyria, hergestellt von dreiD.at. Die Filmmusik zu „Geheimnisvolle Eichhörnchen“ stammt von Erwin Kiennast.

Die Sprungakrobaten der Baumkronen, rot, braun, grau bis schwarz gefärbt, führen zumeist ein verborgenes Leben. Dort aber, wo sie angefüttert werden, in Parks oder in Gärten rund um Futterhäuschen im Winter, scheuen sie die Nähe des Menschen nicht. Es gilt für nahezu alle Nagetiere: Wo Menschen leben, fällt etwas für sie ab. Für Eichhörnchen bieten sich so bessere Überlebenschancen als in der unberechenbaren Natur des Waldes. Sie sind Kulturfolger: Wildtiere, die auch die Nähe menschlicher Siedlungen zu schätzen wissen. Im Allgemeinen bleiben sie aber auf Distanz, und nur wenigen ist ein Einblick in ihr Baumkronenreich möglich: Zu groß sind für die kleinen, flinken Nagetiere die Gefahren, die von den vielen Fressfeinden ausgehen. Marder, Wildkatzen, Luchs und Fuchs können am Boden gefährlich werden. Doch noch mehr Verluste gibt es durch Jäger aus der Luft – durch Raubvögel: Habicht, Mäusebussard, Uhu oder auch Adler, groß ist die Reihe möglicher Angreifer. Daher bleiben Eichhörnchen lieber unerreichbar und unberechenbar – für alle.

Produzent Lukas Kogler: „Eichhörnchen sind unberechenbar. Als Produzent holt man gleich einmal tief Luft, da man mit teuren Stehzeiten rechnen muss. Als Konstante konnten wir allerdings die kurzen Aktivitätsphasen am Vormittag und am Nachmittag erkennen. Da mussten wir gut vorbereitet sein und sofort zu drehen beginnen; denn wenn ein Kamerateam am Waldrand unterwegs ist, dauert es nie lange, bis neugierige Krähen am Horizont auftauchen – dann sind die Eichhörnchen sofort wieder weg. Die Drehs richtig zu planen und die Sets so einzurichten, dass wir zu guten Aufnahmen kommen konnten, war eine große Herausforderung. Wir haben vieles über Eichkätzchen gelernt, das nirgends in der Literatur zu finden ist.“

Ihre Kobel bauen sie in Astgabeln oder in hohlen Baumstämmen. Dort oben in den Baumkronen der Mischwälder sind sie einigermaßen sicher; trotzdem erlebt nur ein kleiner Teil der Jungtiere den ersten Winter, wo Kälte und Nahrungsmangel drohen. Deshalb müssen schon im Herbst ein gut isolierender Nest-Kobel vorbereitet und reichlich Nahrungsdepots angelegt werden. Samen und Nüsse nehmen einen wichtigen Platz im Nahrungsspektrum der Allesfresser ein. Eichhörnchen legen im Herbst Winterdepots an, indem sie die Früchte der Waldbäume unterm Laub in schnell gegrabenen Löchern verscharren. Doch überall im Wald gibt es Futterkonkurrenten mit feinen Nasen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vorräte entdeckt und geplündert werden, ist groß.

Eichhörnchen halten in der kalten Jahreszeit Winterruhe. Also waren auch die Winterdrehs eine Herausforderung für das Team; denn die Tiere kommen nur alle paar Tage aus ihren Kobeln, um Nahrung aufzunehmen. Die Kälte war für Kameramann Johannes Pötscher allerdings das geringste Problem. Johannes Pötscher: „Was an Eichkätzchen fasziniert, sind ihre akrobatischen Sprünge. Aber durch ihre ruckartigen Bewegungen wirken sie planlos. Man weiß nie, was in ihnen vorgeht und wann sie tatsächlich abspringen – und meistens auch nicht, in welche Richtung. Um fürs Schärfe-Ziehen gut gerüstet zu sein, habe ich daher vor den Eichhörnchen-Drehs mit fliegenden Tennisbällen trainiert.“

Regisseur Franz Fuchs: „Uns war zu Beginn des Projekts nicht bewusst, welch wichtige Rolle den Eichhörnchen im Wald zukommt. Nicht nur, dass sie Samenkerne verbreiten und damit zur Ausbreitung von Pflanzen und zur Erneuerung der Waldflora beitragen, Eichkätzchen stellen für die Räuber des Waldes eine wichtige Nahrungsquelle dar. Nur wenige junge Eichhörnchen vollenden ihr erstes Lebensjahr. So flink sie sind: Sie sind kleine Nagetiere und werden vor allem von Raubvögeln gejagt und stark dezimiert. Aber sie können bis zu dreimal im Jahr Nachwuchs kriegen. Diese hohe Reproduktionsrate ist bei den enormen Ausfällen, die sie haben, auch notwendig.“

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