Die ÖVP-Jungbauernschaft in OÖ versteigt sich zur Behauptung, 95 % der Schweine würden den Vollspaltenboden dem Stroh vorziehen – Erfahrung mit Strohschweinen gegenteilig

Wien (OTS) Der Verdacht lag schon längere Zeit in der Luft, dass die Schweinebauernschaft von Schweinen nicht viel weiß. Relevant für die Tierindustrie ist ja bloß, welches Futter wie viel Fleischzuwachs bringt, unter welchen Bedingungen die geringste Arbeit anfällt und die Todesrate trotzdem um 15 % bleibt, und welche Antibiotika in welcher Menge ausreichend viele der Schweine gerade noch gesund genug halten, dass sie bis zur Schlachtung überleben. Mitgefühl oder gar Mitleid hat da keinen Platz. Anders lässt sich die zynische Behauptung der ÖVP Jungbauernschaft in OÖ nicht deuten. Ein Blick auf die beiden befreiten Schweine Mickey und Jackie beweist das Gegenteil: mit was für einer Freude sie im Stroh wühlten! Die Schlussfolgerung ist klar: Stroh ist so wichtig für Schweine, dass es keine Lösung mit Vollspaltenverbot geben darf, die nicht auch eine verpflichtende Stroheinstreu vorschreibt.

In der heutigen Aktion stellte der VGT ein Strohschwein einem Vollspaltenbodenschwein gegenüber und wies überdies darauf hin, dass die Polizei die beiden befreiten Strohschweine mit großem Aufwand sucht, während gleichzeitig die großen Schweinefabriken nur alle 50 Jahre kontrolliert werden. So sieht das jedenfalls die Tierschutz-Kontrollverordnung vor.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Gestern bei der ÖVP-Wahlveranstaltung in OÖ schrie mich ein Schweinebauer an, ich solle mich einmal auf Stroh legen, dann würde ich sehen, wie sehr das sticht. Was für seltsame Blüten diese Diskussion zu treiben beginnt. Ich antwortete ihm, dass ich 24 Stunden auf Vollspaltenboden verbracht habe, und dass ich daher weiß, dass dieser Boden total unerträglich ist. Schlimmer geht es nicht mehr. Natürlich habe ich auch schon im Stroh geschlafen. Früher ist man auf Wanderungen oft im Heustadel geblieben. Man schläft dort wunderbar – im Gegensatz zum scharfkantigen Betonboden. Für Schweinebauern offenbar überraschender Weise. Das alles beweist mir: wir können nicht warten, bis diese Menschen von sich aus umstellen. Wir brauchen ein Verbot und eine verpflichtende Stroheinstreu. Und zwar sofort!“

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