VGT fordert Umsetzung der EU-Verordnung nach Punkt und Beistrich: keine Saugkälber, keine Transporte in Drittstaaten, Systemänderung in der Tier“produktion“

Das System der Milchproduktion ist krank, die Tiere werden zu Produktionsmitteln reduziert.

Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) Wenn man die EU-Verordnung zu Tiertransporten wörtlich nimmt, dann sind sämtliche Transporte von Milchkälbern ins Ausland und von Rindern in Drittstaaten zu untersagen. Doch die österreichischen Behörden finden eine Menge Ausreden:

  • um innerhalb der Gesamttransportdauer zu bleiben, werden die Tiertransporte vom Milchbetrieb in Österreich bis zum Mastbetrieb in Spanien in 3 unabhängige Tiertransporte aufgeteilt: zuerst einer innerhalb Österreichs (beim Deutschen Eck schaut man weg), dann einer von der Sammelstelle in Österreich zur Sammelstelle in Spanien, und dann ein dritter innerhalb Spaniens
  • da selbst bei obiger Dreiteilung der Transport von der österreichischen zur spanischen Sammelstelle mindestens 2 Stunden zu lange ist, wird einfach stillschweigend ein Auge zugedrückt
  • um innerhalb der Gesamttransportdauer zu bleiben, werden die Be- und Entladezeiten nicht einberechnet
  • da die Transportfahrzeuge nur Tränkenippel für erwachsene Rinder anbieten, die aber Milchkälber nicht bedienen können, sind diese Transporte grundsätzlich gesetzwidrig, werden von den Behörden aber abgefertigt, wenn das Transportfahrzeug im Ausland zugelassen worden ist

Heute demonstrierten VGT-Aktivist_innen mit Kälbermasken vor dem Landwirtschaftsministerium in Wien, um auf ihre Rechte zu pochen. VGT-Obmann Martin Balluch fordert eine Systemänderung: „Das Ministerium sagt uns, dass diese Tiertransporte aus wirtschaftlichen Gründen stattfinden müssen. Deshalb sei das Gesetz entsprechend uminterpretiert worden. Wir aber sagen, wenn diese Transporte nicht gesetzeskonform stattfinden können, dann müssen sie eingestellt werden. Das System der Milchproduktion ist krank, die Tiere werden zu Produktionsmitteln reduziert. Wir müssen eine Systemänderung angehen. Der erste Schritt ist das Ende der Milchkälbertransporte ins Ausland. Statt Turbokühen müssen wir wieder zu Zweinutzungsrassen zurückkehren.“

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VGT – Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch, Kampagnenleitung
Tel.: 01 929 14 98
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