Der VGT wirft Köstinger vor, durch ihre Weigerung, den Vollspaltenboden abzuschaffen und die Tierindustrie abzubauen, Zoonosen und Antibiotikaresistenzen in Kauf zu nehmen

Wien (OTS) Mit dem Tierschutzvolksbegehren, das heute erstmals im Parlament diskutiert wird, fordern über 400.000 Menschen von der Bundesregierung, die Tierfabriksindustrie in Österreich abzuschaffen. Doch bisher hat sich die ÖVP-Landwirtschaftsministerin Köstinger jedem derartigen Vorstoß durch das Tierschutzministerium entgegen gestellt, so z.B. beim Verbot des Vollspaltenbodens. Damit nimmt sie nicht nur das unsägliche Tierleid billigend in Kauf, sondern auch die sehr reale Gefahr von Zoonosen und Antibiotikaresistenzen, die von der intensiven Tierhaltung ausgeht. Tierfabriken sind nachweislich Brutstätten zoonotischer Krankheitskeime, die in den letzten Jahren 75% der neuartigen Erkrankungen für Menschen ausgemacht haben. Zusätzlich warnt die WHO seit Jahren vor der Gefahr durch Antibiotikaresistenzen, die vor allem durch die zügellose Anwendung von Antibiotika in Tierfabriken ausgelöst werden. Sowohl zoonotische Krankheitskeime als auch gegenüber Antibiotika resistente Bakterienstämme könnten durch einen Abbau der Tierindustrie radikal reduziert werden. Da die ÖVP-Landwirtschaftsministerin das sehr genau weiß, aber dennoch aufgrund ihrer Klientelpolitik nicht nur nichts unternimmt, sondern sogar jeden diesbezüglichen Vorschlag des Tierschutzministeriums aktiv blockiert, hat der VGT nun Anzeige nach § 177 StGB erstattet. Dadurch wird den Ermittlungen gegen ÖVP-Politiker:innen eine weitere hinzu gefügt, die dadurch besondere Brisanz besitzt, dass sie für zukünftige Generationen eine große Tragweite hat.

Die Anzeige, von zwei Juristen und einem externen Lebensmittelwissenschaftler verfasst und mit zahlreichen wissenschaftlichen Referenzen untermauert, findet sich im vollen Wortlaut hier: Martin Balluch’s Blog

VGT-Obmann Martin Balluch kommentiert: „Außer den Hardliner:innen in der ÖVP hat mittlerweile jeder Mensch begriffen, dass die industrielle Produktion von Tieren eine Sackgasse ist, aus der wir möglichst rasch heraus kommen müssen. Und das nicht nur wegen dem grauenhaften Tierleid, das aus den regelmäßigen Aufdeckungen des VGT abzulesen ist. Auch aus rein egoistischen Interessen muss jeder vernünftige Mensch wollen, dass die Tierindustrie abgeschafft wird. Wir alle leiden seit über einem Jahr am Coronavirus und seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Ausbrüche von Vogelgrippe, Schweinegrippe und Schweinepest z.B. stammten aus Tierfabriken, Covid-19 wahrscheinlich von einem Massentierhaltungsmarkt mit Wildtieren, und das Virus ist im November 2020 in dänischen Nerzfabriken gefährlich mutiert. Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, denn die nächste Zoonose wartet bereits. Zudem sind wir drauf und dran, wirksame Antibiotika für die nächsten Generationen komplett zu verspielen. Wollen wir diesem Teufelskreis entkommen, muss die intensive Tierhaltung enden. Da die Ministerin nicht auf vernünftige Argumente hört, versuchen wir nun, sie durch unabhängige Gerichte zum Handeln zu zwingen. Wir können keinesfalls mehr tatenlos zusehen, wie uns die Blockadepolitik der ÖVP in den Abgrund steuert!“

Rückfragen & Kontakt:

VGT – Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
Kampagnenleitung
01 929 14 98
medien@vgt.at
http://vgt.at

[ad_2]

Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.