So wie sich das Schultes vorstellt, geht es nicht

Wien (OTS) Warnende Stimmen kommen angesichts wiederholt in den Medien kolportierter Forderungen der Landwirtschaftskammer nach einem Donauwasser -Bewässerungsleitungsprojekt von der Umweltorganisation VIRUS: “Wenn die Vorbereitung der Landwirtschaft auf klimatischen Wandel nicht nur ein Sommerlochthema in der Sauren Gurkenzeit sein soll, dann braucht es nicht nur Kammerforderungen, sondern als Grundvoraussetzung einen besseren Beitrag der Landwirtschaft zum Wasserhaushalt und den Stop der laufenden schädlichen Tätigkeiten.” so Sprecher Wolfgang Rehm.

 

Derzeit würden nach wie vor wider jede Vernunft im Einzugsgebiet der Donau und ihrer Nebenflüsse Drainagierungen und Entwässerungen vorgenommen und dabei die Hochwasserschutzprojekte des Bundes unter anderem vom ehemaligen VP-Umweltsprecher Schultes als Huckepackvehikel benützt werden, um etwa an Donau und March für den Hochwasserschutzzweck und den Wasserhaushalt kontraproduktive Austrocknungsmaßnahmen durchzusetzen. “Diese Pläne rücksichtslos weiterzuverfolgen und dann mit dem Wunsch nach teuren Donauwasserspenden und – nachdem die Landwirtschaftskammerumlagen dafür wohl nicht reichen würden – einer Bundesfinanzierung in unbekannter Höhe für ein Ringleitungsprojekt daherzukommen, zeigt, dass es hier offenbar keinen Genierer gibt”, kritisiert Rehm. Offenbar sei auch nicht geplant, die nötigen Anpassungsprozesse vorzunehmen, um das immer kostbarer werdende Wasser, dessen Zuteilung hier in großer Menge gefordert werde, effizient zu nutzen sondern soll es unangemessenerweise weiterhin mit den verbreiteten “Rainstars” am Tag unter hohen Verdunstungsverlusten weit gestreut werden, da warteten noch einige Hausaufgaben auf die Landwirtschaft. Es sei verständlich, wenn über Klimawandelanpassung und mögliche Lösungen nachgedacht werde. “Dies aber kopflos nur ad hoc zu tun, wenn es grad besonders trocken ist, noch dazu von Seiten einer Partei die für den Klimaschutzstillstand in Österreich hauptverantwortlich ist, ist das unprofessionell und hat einen schlechten Beigeschmack”, so Rehm. Deshalb müssten Machbarkeitsstudien, die etwas taugen sollen unabhängig und mit ganzheitlichem methodischen Zugang erstellt werden. Zu berücksichtigen sei neben vielfältigen rechtlichen Rahmenbedingungen dabei auch, dass die Donau zwar im Mittel ein mächtiger Strom sei, aber ein Lebensraum, der in extremen Niederigwasserperioden ebenfalls wenig Wasser führt, weniger als ein Fünftel des durchschnittlichen Dargebots. Es brauche also ein Einzugsgebietsmanagement das den Nationalpark-Donauauen ebenso berücksichtigt, wie die von möglichem Wasserentzug betroffenen Donauanlieger. “Die ungerechtfertigte Umleitung der Donau durch die Slowakei bei Gabcikovo-Cunovo hat bereits genug angerichtet, wir brauchen angesichts wohl nicht nur in Österreich weiter steigender Begehrlichkeiten nicht weitere Konflikte oder gar Kriege ums Wasser mitten in Europa,” warnt Rehm. Wie der UVP-Experte betont, müssten große Bewässerungsprojekte im Übrigen auch einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden und erschienen kolportierte Projektvergleiche nicht gut gewählt. “Wenn der aus dem Nationalrat scheidende Schultes nicht will, dass sein Wunschprojekt von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, dann vergleicht er das vorgeschlagene Bewässerungsprojekt besser nicht mit dem Lobautunnel wie der das gegenüber der “Presse” getan hat,” empfiehlt Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at



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