Grüne: AMA-Gütesiegel braucht klaren Fahrplan hin zu 100 Prozent Gentechnikfreiheit

Wien (OTS) „Es ist gut, dass die Eiweiß-Strategie nun endlich da ist und erste Maßnahmen empfiehlt. Es braucht allerdings noch deutlich mehr Ambition – insbesondere, was die Gentechnik-Freiheit im AMA-Gütesiegel sowie die Reduktion des Sojaverbrauchs für die Schweinefütterung betrifft“, kommentiert die Landwirtschaftssprecherin der Grünen, Olga Voglauer, die lang erwartete Eiweiß-Strategie, die heute vom Landwirtschaftsministerium vorgestellt wurde.

Im Juni wurde der Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung präsentiert, welcher die Beschaffung tierischer Produkte seitens der öffentlichen Hand ausschließlich mit gentechnikfreier Fütterung vorsieht. Für Milchprodukte, Eier und Geflügel gilt dies ab sofort, für den Bereich des Schweine- und Rindfleischs sowie der daraus verarbeiteten Produkte sind ansteigende Quoten bis hin zu 100 Prozent ab 2025 vorgesehen. „Wir haben mit diesem ambitionierten Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung wichtige Marktbedingungen für tierische Produkte aus GVO-freier Fütterung geschaffen. Daher ist es unverständlich, weshalb es für das AMA-Gütesiegel weiterhin keinen vergleichbaren, klaren Fahrplan hin zu 100 Prozent Gentechnikfreiheit gibt“, betont Voglauer.

Auch die Fütterungsoptimierung spielt eine wichtige Rolle. Es brauche, so die Landwirtschaftssprecherin, eine sinnvolle Nutzung alternativer Eiweißquellen zum Soja sowie eine Optimierung und damit Reduktion der Proteinrationen in der Fütterung. Hier muss es sinnvolle Angebote für die Betriebe im Rahmen vom neuen Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) ab 2023 geben.

Zu guter Letzt ist die Förderung der Eiweißquellen für die menschliche Ernährung ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der Auswirkungen unserer Ernährung aufs Klima. „Ressourceneffizienter als wertvolle Ackerflächen für Futtermittel zu verwenden, wäre es die Flächen direkt für die menschliche Ernährung zu nutzen. Neben der Bewusstseinsbildung für eine gesündere, umweltfreundlichere Ernährung, braucht es hier Maßnahmen wie die Förderung einer möglichst vielfältigen, lokal angepassten Saatgutzüchtung von Hülsenfrüchten für die menschliche Ernährung sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf vegane Milchalternativen“, unterstreicht Voglauer.

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