Arbeitslosigkeit der Eltern erhöht Armutsrisiko und Belastung der Kinder Arbeitslosigkeit der Eltern erhöht Armutsrisiko und Belastung der Kinder

Wien (OTS) „Kinder von arbeitslosen Eltern trifft die Corona-Krise besonders hart, auch im Hinblick darauf sind die neuen Arbeitslosenzahlen alarmierend. Wir haben derzeit in Österreich mehr als 457 000 arbeitslose Menschen oder in Schulungen. Bei nur 58 000 offen gemeldeten Stellen. Die Zahl der besonders von Armut betroffenen Langzeitarbeitslosen ist seit dem Vorjahr um 61% gestiegen,” reagiert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich auf die heute präsentierten Arbeitsmarktzahlen. Im April 2020 erreichte der krisenbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit mit mehr als 76 Prozent plus gegenüber dem Vorjahr seinen vorläufigen Höchststand. Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt nun – nicht nur saisonbedingt – sondern auch auf Grund des zweiten Lockdowns erneut. “Hinter den Zahlen stecken Schicksale von Männern, Frauen und Kindern. Wer arbeitslos ist, muss mit 55 Prozent des Nettoeinkommens auskommen – das ist oft zu wenig zum Leben. Wir müssen Erwerbslose und ihre Familien absichern: durch Erhöhung des Arbeitslosengeldes, durch Verlängerung der Übergangszeit zur Sozialhilfe und durch deren Erhöhung und Anpassung. Um Menschen abzusichern, für die aus der Gesundheitskrise eine persönliche Krise wurde, ein Kampf um die eigene Existenz“, fordert Erich Fenninger.

Kinderarmut, Arbeitslosigkeit und Corona
Arbeitsmarktzahlen verweisen auch auf das steigende Armutsgefährdungsrisiko von Kindern, weil die Erwerbsintensität der Eltern ein wichtiger Faktor für ihre finanzielle Absicherung ist, wie die EU-Armutsdaten (EU-SILC) zeigen. 507.000 Haushalte waren im Jahr 2019 von geringer oder keiner Erwerbsintensität betroffen. Diese Haushalte bestreiten ihr Einkommen zu über 70 Prozent aus der solidarischen Absicherung des Staates, ohne diese wären 86 Prozent von ihnen armutsgefährdet. 2019 waren 303.000 Kinder in einem der reichsten Länder der Welt von Armut und Ausgrenzung betroffen, 120.000 Kinder von ihnen lebten in Haushalten mit niedriger Erwerbsintensität. “Schon jetzt ist absehbar, dass die Corona-Krise das Armutsrisiko von Kindern drastisch erhöht. Arbeitslose Eltern sind für Kinder ein Turbo auf dem Weg in die Armut. Effektive Maßnahmenpakete zur Unterstützung von armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen, die bei diesen auch wirklich ankommen, haben wir bisher nicht gesehen”, kritisiert Fenninger im Hinblick auf die Unterrichts- und Familienausschüsse im Nationalrat in dieser Woche.

Vorausschauende arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
Von April bis September 2020 haben sich Depressionen und Angstzustände in der Gruppe arbeitsloser Menschen beinahe verdoppelt, wie eine Umfrage der Donau-Universität Krems zeigt. Das belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Familien. “Das muss nicht sein, wir können Menschen ganz konkret den finanziellen Druck nehmen und die Unsicherheit verringern. Die Politik hat es in der Hand und muss jetzt agieren, um die finanziellen Folgen von Arbeitslosigkeit zu verringern und eine Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern”. Wie es auch geht, zeigt das AMS Steiermark gemeinsam mit dem Land Steiermark, in einem Projekt für ältere Langzeitarbeitslose unterstützen mehr als 300 Menschen in Pflege- und Sozialeinrichtungen die Beschäftigten.

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