Unterstützung für Alleinerzieher*innen, Umsetzung von Kinderrechten und mehr Anreize für die Väterkarenz

Wien (OTS) In dem heute von Familienministerin Susanne Raab präsentierten Familienbericht für die Jahre zwischen 2009-2019 werden viele Versäumnisse in der Umsetzung von wichtigen Zielen sichtbar. „So sind die Kinderrechte seit 2011 im Verfassungsrang, aber was bedeutet das konkret? Sie sind nicht davor geschützt, in absoluter Armut aufwachsen zu müssen. Jedes 5. Kind in Österreich ist armutsbetroffen, das spricht eine deutliche Sprache. Und bei Kindern von geflüchteten Menschen werden fundamentale Kinderrechte nicht beachtet“, stellt der Präsident der Volkshilfe Österreich Ewald Sacher fest.

Auch die Situation von Alleinerzieher*innen hat sich im Berichtszeitraum nicht verändert. „Die von der Volkshilfe geforderte Kindergrundsicherung würde die finanzielle Situation nachhaltig verbessern. Aber kurzfristig fehlt auch die staatliche Unterhaltsgarantie bei geringen oder fehlenden Alimentszahlungen. Im nächsten Familienbericht könnte die Kindergrundsicherung eine echte Erfolgsgeschichte bei der Abschaffung von Kinderarmut in Österreich sein“, nimmt der Direktor der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger zum Familienbericht Stellung.

Das mangelnde Engagement in Sachen Gleichstellungspolitik wurde auch einmal mehr sehr deutlich sichtbar. In Österreich gehen nur rund 20% der Männer in Karenz, und das meist auch nur sehr kurz. Hier von einem legislativen Ende der Fahnenstange zu sprechen kommt schon fast einer Kapitulation gleich. „Von mehr Anreizen bis zu einer verpflichtenden Väterkarenz für das volle Ausschöpfen des Karenzgeldes oder einem verlängerten Kündigungsschutz gibt es noch eine Fülle von gesetzlichen Gestaltungsmöglichkeiten“, so Fenninger. Die Beteiligung von Männern an der Care-Arbeit sei ein zentraler Punkt auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit.

„Ein positiver Punkt in dem Bericht ist, dass der Ausbau von ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen, auch in ländlichen Gebieten, voran kommt“, stellt Präsident Sacher fest. „aber auch in diesem Punkt haben wir noch keine vollständige ganztägige Versorgung für die Unter-Dreijährigen , auch das ein wichtiger Faktor für die Erwerbstätigkeit von beiden Elternteilen.“

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