Wien (OTS) In einer Resolution fordert die Vollversammlung der AK Wien die Bundesregierung, namentlich die für Finanzen, Wirtschaft und Arbeit zuständigen Ressorts, zu einer beschäftigungs- und arbeitsmarktpolitischen Offensive auf, mit dem Ziel die Arbeitslosigkeit bis 2020 um 100.000 Betroffene zu reduzieren. Die Vollversammlung fordert von der Politik, die Vollbeschäftigung als Ziel ernsthaft zu verfolgen, die Chancen auf gute Arbeit und Einkommen für alle ArbeitnehmerInnen zu verbessern und eine stabile und gute Absicherung bei Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden.

Nach Ansicht der AK muss sich diese Offensive auf folgende Säulen stützen:
+ Öffentliche Investitionen: Konjunktur ankurbeln, Beschäftigung aktiv schaffen
Um der Konjunktur – und damit auch der Beschäftigung – in Europa und Österreich den notwendigen wirtschaftlichen Impuls zu geben, sind zusätzliche Investitionen notwendig. Der Bedarf an Investitionen in öffentliche und soziale Infrastruktur ist gerade in Ballungsräumen mit rasch wachsender Bevölkerung hoch.

+ Faire Verteilung der Arbeit
Erste Schritte dazu sind das Zurückdrängen der unbezahlten und/oder regelmäßig geleisteten Überstunden, die Einführung einer sechsten Urlaubswoche für alle ArbeitnehmerInnen sowie die verstärkte Verankerung von „Freizeit-Optionen“ in den Kollektivverträgen. Darüber hinaus ist ein ernsthafter Einstieg in eine generelle Verkürzung der gesetzlichen Wochenarbeitszeit notwendig. Die Vollversammlung der AK Wien fordert die Arbeitgeber-Vertreter auf, sich einer solchen Diskussion zu stellen. Diese Diskussion darf nicht unter den Aspekten „Flexibilität“ und „Lohnkürzung“ geführt werden. Die Sicherung von Ein-kommen und Kaufkraft muss bewältigt werden.

+ Faire Arbeit – mehr Bildung
Die Ausweitung der Ausbildungsgarantie bis zum 25. Lebensjahr wird von der Vollversammlung begrüßt, gleichzeitig fordert die AK Wien die Etablierung einer zweiten Ausbildungschance: Bildungskarenz, Bildungsteilzeit und Fachkräftestipendium sollen zu einem Qualifizierungsgeld und einer echten zweiten Ausbildungschance gebündelt werden. Notwendig dafür ist ein Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber auf Bildungsfreistellung sowie ein Rechtsanspruch auf Qualifizierungsgeld zur Existenzsicherung während der Ausbildung.

+ Integration von Menschen mit hohen Vermittlungsproblemen auf dem Arbeitsmarkt
Eine wachsende Zahl von ArbeitnehmerInnen droht dauerhaft an den Rand des Arbeitsmarktes gedrängt zu werden. Um dem entgegenzuwirken, ist die Zusammenarbeit aller Zuständigen (AMS, Gebietskrankenkassen, Pensionsversicherung und andere mehr) notwendig. Die sozialen Probleme müssen gelöst werden, damit eine Vermittlung in Arbeit bzw. Aus- und Weiterbildung erfolgreich sein kann. Die AK Wien fordert außerdem eine Beschäftigungsförderung neu, weil dauerhaft geförderte Arbeitsplätze notwendig sind. Dafür muss der zweite Arbeitsmarkt ausgebaut werden.

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