Tierschutz wird nicht gewährleistet; dringender Reformbedarf der EU-Tiertransportverordnung

Brüssel (OTS) Gestern Abend legte das Schiff Elbeik mit etwa 1776 Kälbern nach einer dreimonatigen Odyssee durch das Mittelmeer nach angeblichen Verdacht auf Blauzungenvirus endlich in Spanien an. Es wurden 179 tote Tiere an Bord gemeldet. Die Tiere hatten weder adäquate Versorgung mit Futter und Wasser, noch einen Tierarzt an Board. Jetzt werden die Tiere auf ihre Transportfähigkeit untersucht. Sollten sich die Kälber als transportfähig herausstellen, will der Besitzer sie weitertransportieren.

Thomas Waitz, Mitglied im U-Ausschuss des EU-Parlaments zu Tiertransporten, sagt: “Selbst nach dieser langen Zeit versucht der Besitzer die Tiere weiterzutransportieren und noch Profit zu schlagen. Die Kälber sind seekrank, geschwächt und haben seit Monaten kein Tageslicht gesehen. Alles, was jetzt getan werden kann, ist ihnen noch mehr Leid zu ersparen. Dieser Fall ist leider kein trauriger Einzelfall, sondern zeigt nur die grausame Realität von Lebendtiertransporten auf Schiffen, die tagtäglich stattfindet. Dabei wird ein riesiges Schlupfloch in der EU-Tiertransportverordnung ausgenutzt, denn es gibt momentan kein Zeitlimit für Schiffstransporte. Wir fordern ein maximales Transportlimit von acht Stunden für Lebendtiertransporte auf allen Transportmitteln. Das muss sofort umgesetzt werden, damit so etwas nicht mehr passiert!”

Der Europäische Gerichtshof hat klargestellt, dass das EU-Recht zum Schutz von Tieren bis zum Ankunftsort gilt. Das wird bei den Schiffstransporten, aber auch bei den Tiertransporten auf Europas Straßen, noch immer missachtet. Die EU-Kommission hat eine mündliche Zusage gemacht, die EU-Tiertransportverordnung 1/2005 nächstes Jahr reformieren zu wollen. Die Grünen fordern eine deutliche Verkürzung der Transportzeiten, längere Ruhepause und strengere und engmaschige Kontrollen durch die EU-Mitgliedstaaten. Der U-Ausschuss zu Tiertransport tagt noch bis Ende September und wird Empfehlungen für eine Reform der Tiertransportverordnung an die EU-Kommission ausarbeiten.

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