Vorfallszeit: seit Jänner 2021 Vorfallsort: Wien

Wien (OTS) Im Zuge von Ermittlungen des Kriminalreferates der Polizeiinspektion Tannengasse konnte eine neue Masche des Kautionsbetruges erkannt werden. Die Vorgehensweise:

Der Tatverdächtige sucht über Internetplattformen nach Verkaufsangeboten, wie etwa Handys, Fernseher oder Laptops zu einem Verkaufspreis von ca. €1.500,- bis €1.600,-. Anschließend meldet sich eine weibliche Tatverdächtige unter dem Namen „Sara“ bei den Verkäufern und verhandelt den Preis hinunter oder auch hinauf. Die Frau verhandelte bis dato den Verkaufspreis immer auf exakt €1.560,-. Anschließend kommt es zu der Übermittlung der Bankdaten des Verkäufers (Opfer 1) für die Überweisung des Verkaufspreises.

Zeitgleich bietet der Tatverdächtige über diverse Internetplattformen Mietwohnungen unter dem Deckmantel einer Immobilien-Scheinfirma („Immobilien GmbH“) an. Für die Immobilie wird eine Kaution in der Höhe von €1.560,- verlangt. Als Konto für die Überweisung werden die Bankdaten des ersten Verkäufers (Opfer 1) angegeben. Zusätzlich soll die Überweisung zur „schnelleren Abwicklung“ des Immobiliengeschäftes ohne Verwendungszweck durchgeführt werden. Der Zahlende ist hierbei das zweite Opfer. Nachdem die Zahlung erfolgte, holt der Tatverdächtige oder ein Mittäter den Verkaufsgegenstand von Opfer 1 ab.

Als Resultat dieses „Dreiecksspiels“ erhält der Tatverdächtige einen hochpreisigen Gegenstand (Handy, Fernseher etc.), den er veräußern kann.

Der Verkäufer des Gegenstandes (Opfer 1) wird, ohne es zu wissen, aufgrund der Überweisung in der exakten Kautionshöhe augenscheinlich zum Beitragstäter. Es wurde der Verkaufsgegenstand für den vereinbarten Preis übergeben, doch wegen der Überweisung ohne Verwendungszweck, scheint diese Person auf den ersten Blick in den Betrug involviert zu sein.

Das zweite Opfer hat eine Kaution in der Höhe von €1.560,- für eine nicht vorhandene Immobilie überwiesen.

Derzeit sind in Wien zwölf Vollendungen und drei Versuche mit einer Schadenssumme von €18.720,- zur Anzeige gebracht worden. Die Wiener Polizei geht von einer höheren Dunkelziffer aus. Weitere Betrugsopfer können sich in jeder Polizeiinspektion melden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Die Wiener Polizei appelliert an die Bevölkerung:

  • Machen Sie Ihre Mitmenschen und Ihr Umfeld auf diese Betrugsmasche aufmerksam.
  • Tätigen Sie keine Überweisungen ohne einen Verwendungszweck.
  • Besichtigen Sie mögliche Mietobjekte, bevor Sie eine Kaution bezahlen.
  • Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen.
  • Notieren Sie sich – sofern möglich – Autokennzeichen, Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.
  • Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeiinspektion.

Rückfragen & Kontakt:

Landespolizeidirektion Wien – Pressestelle
Daniel Fürst
+43 1 31310 72133
wien-presse@polizei.gv.at



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.